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  • Das Nähwerk

    Vor über 2000 Jahr starb, der Retter der Menschen für uns alle, der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel zerriss, der Zugang, welcher nur auserwählten Menschen zuteil wurde, ist für alle offenkundig offen. 

    Seit dem Tod und der Auferstehung von Jesus ist viel Zeit vergangen, Menschen haben sich an seinen Aussagen gestossen oder sie aufgenommen. Viele von uns, die ihn angenommen haben (aus Tradition, aus Entscheidung) haben sich auf ihn eingelassen und waren und sind bereit, ihn zu lassen. Doch wie kann es gehen, wenn wir das Zentrum, die Signifikanz nicht sehen, sondern nur glauben, glauben dass, das nicht Sichtbare über der Realität, Wahrheit ist. Wir suchen uns Vorbilder, ein besseres Ebenbild, als wir es sind und sein können, suchen nach dem nächsten gottähnlichen Wesen, dass sichtbar und trotzdem erhaben ist. 

    Wir, die ihn lieben und verstehen, lasst uns ehrlich und authentisch sein. Lass uns nicht nur die Schokoladenseite unseres Glaubens verkündigen, um Gott zu preisen und im gleichen Sinne die anderen zu verblassen. Wir gut wissen wir, dass wir uns als Menschen vergleichen. Nach oben in Minderwertigkeit und nach unten in Überheblichkeit. Wir generieren Apartheid, zwischen “wir haben es erreicht” und “wir werden es nie erreichen”, anstatt Geschwister zu sein. Wo sind die Menschen, die sich als Wegweiser Gottes sehen, um miteinander und gemeinsam auf den Weg der Wahrheit ins Leben gehen, gemeinsam feiern, gemeinsam leiden, gemeinsam lachen, gemeinsam weinen, gemeinsam sehnen, gemeinsam erringen. 

    Der Vorhang ist zerrissen, lasst uns nicht die Nähmaschine der Angst und des Stolzes nehmen, um den Vorhang zusammen zu nähen, einige von uns als Ersatzchristusse, als Priester berufen, weil wir uns nicht mehr trauen, uns diesem Gott, diesem Erretter, diesem Tröster, dieser Herrlichkeit auzusetzen. 

    …merci Caroline und Jan für den Input…

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    Photo by GEORGE DESIPRIS on Pexels.com
  • Der Schmerz

    Wieviel Schmerz kann ein Mensch ertragen, bis er bricht? Trägt er sich, erträgt er sich, seinen Schmerz, weil er andere tragen und ertragen muss, weil er sich selbst nicht erträgt?

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    Photo by Engin Akyurt on Pexels.com
  • Gott über Bord schmeissen

    Wenn ich so aus Langeweile durch die YouTube-Shorts durchscrolle und dies bevor mich mein Sohn daran erinnert, dies aufgrund der Dopaminausschüttung nicht zu tun, werden mit Kurzvideos auch religiöser Art gezeigt, ja auch die konservativten unter uns, haben Plattformen wie Tiktok oder eben YouTube auch für sich und das religiöse Marketing entdeckt. Nicht nur visuell, sondern inhaltlich, jeweils immer seine, resp. ihre Religion verteidigend.

    Wie muss es da den Menschen gehen, die sich nach lebensbejahenden Lösungen sehnen, danach dürsten und als Antwort Zitate alter Bücher an den Kopf geschmissen bekommen, lieblos, kalt und selbstgerecht. 

    Legt eure heiligen Bücher einmal beiseite und lernt zu lieben, euch selbst zu lieben, Gott zu lieben, den Nächsten zu lieben. Können wir das? Nein, nicht aus uns heraus, nur durch Gott, den Gott ist die Liebe ohne wenn und aber und wenn du das nicht erlebst oder erlebt hast, bitte deinen Gott um Hilfe, und wenn er dir nur Gesetze, Verbote vorlegt, für dich nie einen liebenden Vater sein kann, dem du aus vollen Stücken vertrauen möchtest, dann löse dich von diesem scheinbaren Gott, schmeisse ihn über Bord, aus deinen Gefühlen und Kopf, er hat es nicht verdient. Und was dann? Dann bist du zumindest offen, offen für besseres, nein, die Chance, dass dir der liebende, barmherzige Gott begegnen kann.

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    Photo by Monstera Production on Pexels.com
  • Geisterunterscheidung 2

    Vielleicht habe ich es bereits erwähnt, doch heute morgen brennt es mehr als sonst in meinem Herzen, so muss es aufgeschrieben und formuliert werden. 

    Liebe sie alle, ohne wenn und aber, ohne Zurückhaltung, sei ehrlich, dabei, du kannst Liebe nicht spielen, sondern sie muss fliessen in Grosszügigkeit, in göttlicher Verschwendung. Ich denke, solange wir uns und andere kontrollieren, werden wir geistlich atemlos. 

    Freiraum, Grosszügigkeit, Empathie kommt nur durch das Loslassen unserer eigenen Engstirnigkeit, unserem Drang nach Korrektheit, unseren eigenen Vorstellungen.

    Wir kreieren unser geistliches Korsett, das uns zuschnürt, uns einengt und nennen es das Leiden mit Christus.

    Es tut leid, ihm leid, dass wir nicht als Kinder, als Söhne und Töchter einziehen und ihm und einander begegnen, wie er es von Anbeginn aller Zeiten eingefädelt, geplant und aus tiefstem Herzen gewollt hat:

    Liebe Gott, den Nächsten wie dich selbst.

    Ich werde nicht müde darüber zu schreiben und sollte ich es werden, dann mein Herr und Gott, treibe mich auf die Knie, damit alles was nicht göttlich abfallen muss, damit du mir den Spiegel vorhältst und mich den einzigen Weg führst, bei mir anzusetzen. 

    …dann hoffentlich kann ich die Geister anderer unterscheiden…

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    Photo by Lucas Pezeta on Pexels.com
  • Exodus

    Die Zeiten ändern sich, haben sich schon immer verändert. Was gestern als unmöglich schien, scheint heute möglich oder ist Realität, was gestern verboten war, ist heute legalisiert. Was wird morgen sein? Der Mensch, inmitten von Veränderungen, ist gezwungen, sich stets anzupassen, sich zu öffnen, neuem zu öffnen. Wo bleibt der Mensch, bleibt er auf der Strecke? Was ist relevant, was ist von zeitlosem Wert, an was sollte ich mein Herz hängen, wem folgen, was befolgen? Was gibt mir Halt und Gewissheit, dass ich nicht der Willkür ausgesetzt bin, nicht der nächste Wogen von Meinung, von Weltsicht, Zeitgeist? Wie fest muss ich, soll ich mich verbiegen? Wo ist mein Raum, mein Ort der Ruhe und des Friedens? Wir Menschen haben verschiedene Hintergründe, sind unter verschiedenster Art und Weise aufgewachsen, wertgeschätzt und geliebt worden. Und irgendwo sind wir trotzdem gleich, wir brauchen Nähe, wir brauchen Wärme, wir brauchen Wert und Grund, um zu sein. Es ist aus meiner Sicht das Feinste, das Delikateste, das am zerbrechlichsten aller Dinge: die Seele des Menschen. Ich kann vieles bejahen, respektieren, tolerieren, doch zutiefst in meinem Innern, unabhängig, meines Statuses, meines Geschlechts, meiner Rasse, meiner Religion, meiner Körpergrösse, meiner Statur, ist diese Grundlage des Menschseins, dieser Tropfen des Göttlichen, auch wenn verdeckt, verdreckt, zerrissen, verdreht, abgestumpft, vergessen, vernachlässigt, missbraucht, trotzdem ein Abbild Gottes, dass sich leise, flüsternd, teilweise aufbegehrend, schreiend danach sehnt gekrönt zu werden mit Güte und Barmherzigkeit, gesehen, gereinigt, geheilt, vergeben, zur Ruhe bringend, Frieden findend, endlich wieder tief schlafen zu können, keine Schmerzen mehr erleiden müssen, in Frieden leben können, alles loszulassen, was hindert in diese Beziehung mit diesem liebenden Vater, mit diesem treuen Freund und dieser zärtlichen Freundin zu treten, ein Gott der nie missbraucht, der nie verhöhnt, der nie nachtragend ist. Meine lieben Mitchristen, bitte verkauft diesen Gott nicht als billiges Fastfood, nicht als Zuchtmeister, nicht als Hirten, welche seine Schafe dazu missbrauchen möchten, Zirkuskunststücke zu machen. Auch wenn ihr dies über Jahrhunderte so gelebt und erlebt habt, wenn ihr nicht anders könnt, haltet euch um Gottes Willen zurück, schweigt, kniet und betet um die Berührung des heiligen Geistes. Denn wo der Geist des Herrn ist, da ist  Freiheit. Ihr habt die Verantwortung, wir haben die Verantwortung, unserem Gott der Welt zu zeigen, wie er ist, in dem wir bei uns selbst beginnen. Würden wir diesen Massstab, welche wir an alle Menschen stellen an uns selbst anwenden, so müssen wir kapitulieren und uns selbst ans Kreuz schlagen und selbstlos schreien, Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun, besser vergibt mir, denn ich weiss nicht was ich tue. Jetzt ist es an der Zeit zu lieben, zu beten, uns nach seinem Reich für alle Menschen zu sehnen, in dem ich bei mir anfange:

    Wohin soll ich gehen, du hast die Worte des ewigen Lebens. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch seinen heiligen Geist. Die auf Herrn harren, erhalten neue Kraft, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie rennen und nicht müde werden. Als ich den Herrn suchte, erlöste er mich aus all meiner Angst. Kommt her alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Deshalb rufen wir ihm zu, Abba, lieber Vater. So gibt es keine Verdammnis mehr für die, die in Jesus sind. Am Schluss bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, doch die Liebe ist die Grösste. Liebe Gott, und deinen Nächsten wie dich selbst.

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    Photo by Brett Sayles on Pexels.com
  • Illuminated

    A drop, it is dropping, a little well, a well of tears, it has no way to go, it has no way to flow, it has no way to be seen, it has no way to be drawn. How can there be joy, how can there be freedom, how can there be ease of pain. When there are no tears falling like rain. A barren land, a lonely planet, a quiet voice, a fear of men, a longing in vain, a waiting with no end, a holding together with no strength, a lost battle, a fight fought for none, a purpose without a goal, a morning without a sun, a hopelessness without end, a closed door, a longing for more, all the loving disappear, like snow in the rain, all the good fades away, so fast, fades away, i can not keep it, holding on, why, oh why, i am so lonely, so empty, so far, far away, from you God, i tried my best, i feel so alone, i wanted only a little bit of release, a little bit of love, of compassion, of hope, a little bit of you in me, i am so torn, torn apart. 

    I see you in the clouds you are coming, like lightning. You are never late, never too late, I wanted you so badly, I wanted to be with you all the time. I can not run from my pain, i can not run from my loneliness, only that i have not to feel it anymore. Then i feel your touch, then i feel you in front of me, all around me, you are looking me deep in the eyes, i fall, i fall on my knees, i try to speak, but i can’t, you lift me up, your hands torn, your side quenched, your loving eyes meeting mine, next to you stands the father, sitting on the throne, next to him, the spirit of life, i can see her long hair waving in the dark, all is illuminated, i can see the stars, i can see the loving heart of the only God for all mankind, i can feel his pain for the world, i can feel his longing for all mankind, for they are welcome, and i beg him to stay with him, and he is smiling at me, and in that moment i know, he wants me to be his feet, his hands, his mercy, even if it is breaking me, breaking my heart, the heart for mankind. Who shall I send, he is asking me, who? And I begin to cry, the tears are running down, and i can cry, see myself as a part of mankind, i, Lord, I will go, they need you, we need you so much.

    The lights of the little village are still burning, they illuminate the streets, something is calming my heart, not fundamental, but profound, it gives me peace of mind that tomorrow, the spirit will be with me, guiding me.

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    Photo by Kindel Media on Pexels.com
  • Der Wille

    Glaube ich, dass der Gott an den ich Glaube, es gut meint, glaube ich, dass er die Welt so geliebt hat, dass er seinen Sohn in die Welt sandte, damit alle die an ihn glauben ewig leben mit ihm, glaube ich, dass Gott als Vater, besser als jeder irdische Vater sein kann, würde ich ihm alles anvertrauen mein tiefster Schmerz, meine Scham, meine Vergehen, mich vor seine Füsse werfen nicht aus Angst, sondern in Verzweiflung im Wissen, wenn die Welt neben oder ihn mir zerbrechen würde, nur er mich retten könnte. Glaube ich das, kann ich meinem Gott vertrauen, nicht nur weil es die Bibel sagt, sondern weil ich ihm vertrauen kann? Ich kann nur vertrauen, wenn ich erlebt habe, dass dieser Gott vertrauenswürdig ist. 

    Welchen Willen tue ich lieber, aus Angst vor Bestrafung und Hölle oder als Sehnsucht und Freude, weil ich ihm vertrauen kann? Wenn ich herausfinden will, was Gottes Wille ist in meinem Leben, dann beginne ich mit der Beziehung mit ihm. In kleinen Schritten, wenn ich an den Punkt komme, in welchem ich ihm nicht ohne weiteres vertrauen kann, dann halte ich inne und warte. 

    Einige Fasten und Verzichten, um den Willen Gottes zu erkennen. Ich habe nichts dagegen, doch bringt es wenig, wenn du fastest und in dir immer noch dieser strafende Gott, dieser unbarmherzige Vater erscheint, du kannst nicht für den Willen beten, ohne bodenlos zu scheitern. Du würdest nach dieser Fastenzeit ggfs. noch weniger wissen und dich verdammter fühlen.

    Frage dich, weshalb will ich Gottes Wille in meinem Leben erkennen? Was sind die Beweggründe, was ist meine Motivation? Habe ich länger nicht mehr gebetet und die Bibel gelesen und fühle mich schuldig? Stehen wichtige Entscheidungen an und ich möchte keinen Fehler machen und Gott erzürnen? 

    Hast du in deinem Leben auf deine Eltern vertrauen können, waren sie da in unsicheren Zeiten, waren sie dir als Kleinkind, Schutz und Schild. Konntest du unmöglich benehmen und wurdest trotzdem geliebt, ja wurdest du nach menschlichem Ermessen, bedingungslos geliebt? Falls es nicht deine Eltern waren, gab es sonst jemand in deinem Umfeld, welche dir diese Aspekte vorgelebt haben? Falls nicht, schreibe auf, was dir gefehlt hat in deiner Kindzeit und was du vielleicht auch heute an die nächste Generation weitergeben hast. Lese sie durch, wiederkäue sie, sie werden dir früher oder später die Tränen fliessen lassen, du wirst Enttäuschung wahrnehmen, vielleicht auch Scham, vielleicht auch Wut und gegenüber deinen Eltern und schlussendlich Wut auf Gott, Unverständnis, weshalb er nicht eingegriffen hat, lass die Wut heraus, lass die Tränen fliessen, sei brutal ehrlich, lasse nichts zurück, vielleicht brauchst du weitere Hilfe, durch Freunde, welche du vertrauen kannst, oder suche dir ggfs. auch prov. Hilfe. Bring die toten Hunde aus deinem Keller, aus deiner Kinderseele. Deine Seele beginnt sich von dem Schmutz, dem Dreck, dem Gestank zu trennen. Dann bist du endlich ehrlich gegenüber dir selbst, gegenüber Gott selbst. Dann kann er beginnen, dieseń Topf zu formen und endlich hat er die Möglichkeit, seine Liebe auf fruchtbaren Boden auszustreuen, Licht ins Dunkel zu bringen, und desto länger du trauerst, desto grösser die Freude, den Frieden, das Heimkommen.

    Dann vielleicht, wenn es wirklich an der Zeit ist, wirst du Fasten und Verzichten, aber nicht aus dem falschen Gottesverständnis, sondern als Freundin, Freundin, Tochter und Sohn des Allerhöchsten: ihn zu suchen, anzuklopfen und zu bitten braucht vertrauen, braucht Bedürftigkeit, braucht brutales einfaches Menschsein, ohne selbstgebastelten Heiligenscheine, ohne selbstgebastelte Kreuze, an welche ich mich selbst schlage. Er hat sich und mich ertragen, am Kreuz, aus Gnade sind wir gerettet.

    Amen

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    Photo by RDNE Stock project on Pexels.com
  • Good and faithful servant

    Was sind meine Beweggründe, weshalb mache ich etwas, was will ich damit erreichen? Lob, Anerkennung, Reputation, Ehre, Wirksamkeit, gesehen werden?

    Nein, auf gar keinen Fall. Ich bin bereits über alle Massen geliebt und anerkannt. Also weshalb sich überhaupt anstrengen, wenn alles bereits geklärt ist? Nur aus einem Grund: ich liebe, weil er mich zuerst geliebt hat, ich tue, weil ich mich danach sehne, dass seine Güte und Barmherzigkeit ausgegossen wird. Haben es denn überhaupt alle verdient, weshalb so selbstlos? Gerade deswegen, weil aufgrund meiner Missachtung, meiner Sturheit, meiner Verletzbarkeit, sich dieser Jesus dem Recht beugte, sich zur Sünde gemacht hat, damit ich frei sein kann. So kann ich mich nicht in meinem Elfenbeinturm verstecken und mit meinen Fingern auf andere zeigen, oh Herr, ich zeige mit allem was ich habe auf mich, erbarme dich und du tust es mit Feuer und Glut, mit Donnern und deinem zärtlichen Wind, bringe mich zur Vernunft, zu dir. Nicht aus dem Beweggrund, weil ich gut und treu sein will, nein, weil nur in dir meine Seele endlich und abschliessend zuhause angekommen ist. Was kümmert mich meine Not, wenn ich nur dich habe und meiner Angst sage ich: Was willst du von mir, ich folge ihm. Amen

    man on a cliff during sunset
    Photo by Mohan Kumar Khangar on Pexels.com
  • Die Pforte

    Ich stehe hier bereits seit gefühlten Ewigkeiten. Nur langsam bewegt sich die Schlange, die Schlange von Menschen. Trippelnd, wartend, doch langsam scheint sich die Gruppe zu bewegen und die Chance, endlich im Fokus zu stehen kommt näher, aufgeregt, begeistert und trotzdem voll und ganz fokussiert, wie vor einem anstehenden Auftritt, einer Prüfung, einer enorm wichtigen Sitzung. Weit hinten den Eingang ins gelobte Land, den Einzug in den Himmel, jüngstes Gericht? Und jetzt bin ich an der Reihe, ziehe meine Schuhe aus, entferne meinen Gürtel, lasse alle Wertsachen hinter mit und die Pforte vor mir, klein, kein Kamel hätte Raum, sich durchzwängen, den beiden Wesen, welche die Pforte bewachen, entgeht nichts. Sie winken mir zu, ich nähere mich bewusst und doch ehrfürchtig dem Durchgang entgegen. Eine leichte Angst befällt mich, was wenn ich es nicht schaffe, sozusagen nicht würdig bin, mich entblössen müsste, und sie was finden, was mir nocht bewusst war ich schreite hindurch, die Wesen bemusterm mich, ich gehe mitten hindurch, es scheint mir eine Ewigkeit und dann passiert nichts, keine Fanfaren ertönen, keine Lichter erleuchten und dann bin ich durch, habe es geschafft und die beiden Wesen verabschieden sich und ich bin nur glücklich, glaube, wenn ich das geschafft habe, schaffe ich es, tiefe Freude kommt hoch, es scheint, dass ich die Welt überwinden habe. Endlich frei…

    Kaufe mir eine Pepsi Max und ein Munzstängeli und warte auf meinen Flug. Auf nach  Aberdeen.

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    Photo by Christine Renard on Pexels.com
  • Berühmt

    Weshalb mache ich etwas, weshalb mache ich das, was ich mache:

    Um anzugeben, um anzunehmen, um die Zeit herauszubringen

    damit ich Applaus, welchen ich sonst nicht erhalten würde

    nun, wenn ich es nicht tue, dann tut es ein anderer

    nun, mache ich mich jetzt klein, damit mich niemand übervorteilen kann

    nun, damit ich nicht in Konkurrenz treten muss, mich schöner, besser, gefälliger und ausdrücklicher zu zeigen

    Denn wenn ich es endlich geschafft hätte, dann hätte ich es geschafft, oder eben gerade nicht

    was dann, berühmt zu sein ist kein zuckerschlecken, eher Wunden lecken und schlussendlich

    enttäuscht, dass dieser rote Apfel nicht die Wirkung, sondern das entzaubern brachte

    so enttäuscht, so frustriert, nur heisse Luft, nur Druck in der Brust, wo steht die Liebe, wo der Hass, wo die Triebe, wo steht der Sinn, wo bleibt der Wahnsinn, wo die Erfüllung, wenn ich schon vorab nicht voll war, dann ist jetzt das Glas nicht gefüllt, sondern eher leer als voll.

    Und wen würde ich zur Verantwortung ziehen, dich, nein mich, weil ich auf den alten Marketingtrick reingefallen bin, es ist zumal nicht leicht, sondern schlichtweg abgeschminkt, berühmt zu sein.

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