Ich stehe hier bereits seit gefühlten Ewigkeiten. Nur langsam bewegt sich die Schlange, die Schlange von Menschen. Trippelnd, wartend, doch langsam scheint sich die Gruppe zu bewegen und die Chance, endlich im Fokus zu stehen kommt näher, aufgeregt, begeistert und trotzdem voll und ganz fokussiert, wie vor einem anstehenden Auftritt, einer Prüfung, einer enorm wichtigen Sitzung. Weit hinten den Eingang ins gelobte Land, den Einzug in den Himmel, jüngstes Gericht? Und jetzt bin ich an der Reihe, ziehe meine Schuhe aus, entferne meinen Gürtel, lasse alle Wertsachen hinter mit und die Pforte vor mir, klein, kein Kamel hätte Raum, sich durchzwängen, den beiden Wesen, welche die Pforte bewachen, entgeht nichts. Sie winken mir zu, ich nähere mich bewusst und doch ehrfürchtig dem Durchgang entgegen. Eine leichte Angst befällt mich, was wenn ich es nicht schaffe, sozusagen nicht würdig bin, mich entblössen müsste, und sie was finden, was mir nocht bewusst war ich schreite hindurch, die Wesen bemusterm mich, ich gehe mitten hindurch, es scheint mir eine Ewigkeit und dann passiert nichts, keine Fanfaren ertönen, keine Lichter erleuchten und dann bin ich durch, habe es geschafft und die beiden Wesen verabschieden sich und ich bin nur glücklich, glaube, wenn ich das geschafft habe, schaffe ich es, tiefe Freude kommt hoch, es scheint, dass ich die Welt überwinden habe. Endlich frei…
Kaufe mir eine Pepsi Max und ein Munzstängeli und warte auf meinen Flug. Auf nach Aberdeen.
