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  • Huntly – Dienstag

    Was, wenn sich nichts verändert

    Was, wenn alles so bleibt wie es vorher war

    Was, wenn der Alltag mich von dir losreissen will

    Was, wenn ich in meine alten Muster zurückfalle

    Was, wenn mein alter Adam aufbegehrt und nicht will

    Was, wenn ich mich dem Strom der Gleichgültigkeit hingebe

    Verändere du mich, lass mich nicht, verändere mich

    Lass mich nicht alleine, ich weiss du lässt mich nicht alleine

    Lass mein Herz durchdringen hindurch der Angst und Wut

    Lass mein Herz durchdringen und an dir hangen

    Mein Herz gehört dir, ich vertraue dir, ich glaube dir

    Und die Tränen fliessen, spülen die Gleichgültigkeit weg

    Und die Tränen fliessen, damit das Herz weich wird

    Lass sie fliessen, Herr, fliessen, damit sie herausspülen

    Freilegen und klar machen, was bleibt, ein Herz

    Ein Herz verwundet und vernarbt, ich gebe es dir

    Lass mich ruhen in dir

    Du liebst mich, so umfassend, tiefgründig und ewig

    Vergibt mir, mein Herz ist so klein, mein Stolz so gross

    Ich bin nicht fähig dich nur im kleinsten zu lieben

    Und trotzdem, was für ein wunderbarer Gott du bist

    Es berührt mich bis ins Tiefste, der alte Mann wird zum Kinde

    Reue, es tut mir so leid, Herr, schenke mir ein neues Herz

    Einen neuen gewissen Geist

    “Abba, lieber Vater”, du machst alles Neu

  • Huntly – Samstag

    Weggehen

    Ich bewege mich weg, vom bekannten, gewohnten, vertrauten, meinem Daheim. Ich schliesse die Türe auf und trete in die kalte Nacht hinaus und lasse das Haus, meine Kinder, meine Frau zurück. Ich trage meinen Koffer vom Haus weg, damit ich niemanden wecke, auf der Strasse angekommen meinen Koffer ziehend, hascht mein Blick zurück zum Haus, Wehmut überkommt mich, ich atme tief ein und tief aus, bevor ich auf dem Perron entlang gehe, das Dorf schlafend zurücklasse. Das Bähnli bewegt sich ruckartig fort, die eingefrorenen Fahrleitungen symbolisieren meine Bereitschaft zu gehen: ich muss und will gehen, doch Zweifel schwingen am Rand mit, wie wird es, lässt sich soviel Verdrängtes in einer Woche hochbringen, wieviel Dunkelheit wird sich über mich, das Ferienhaus, den Ort ausbreiten, wenn der Fluss der Ehrlichkeit, die Wahrheit ans Tageslicht bringen muss und will, meine Seele es zulassen soll und muss, bevor der Tag anbrechen kann ist es immer dunkel, kalt. 

    Ankommen

    Der Flug verspätet sich. Die Bahnverbindung kann deshalb nicht mehr erreicht werden, obwohl die Passkontrolle aufgrund des kleinen Flughafens enorm effizient ist. Ich schreite den geheizten Taxiunterstand bei -6 Grad ab, frage die Dame wieviel mich eine Fahrt nach Huntly kosten würde (möchte unbedingt noch bei Tageslicht in Huntly ankommen). Die progostizierten £ 75 werden faktisch zu über £90 was für mich schlussendlich stimmt. Die Landschaft, verschneit, erinnert mich an das Berner Mittelland, einfach weiter und grösser, ab und an begegnen uns Steinhäuser, dann wieder Weite. Ab und an eine Schafherde ohne sichtbaren Unterschlupf,  oder Shettland-Ponys. Früher als die Bahn mich nach Huntly bringen konnte, fahren wir in Huntly ein. Der Taxifahrer nett aber eher wortkarg, hilft beim Gepäck ausladen und verabschieden sich. Ich trage das Gepäck zwischen zwei Häusermauern hindurch via Garten mit schmuckem Gartenhäusschen, stelle den Schlüsselsafe so ein, dass er mir den Schlüssel gibt, öffne die Türe und freue mich über die sauber geputzte mit dicken, flauschigen Spannteppichen, gut geheiztem Reihenhäuschen, Duschkabine. Kein Schnicknack, so wie es gerne habe: schön, aber praktisch und einladend. Nachdem ich die Kleider im Schrank aufgehängt, resp. eingeräumt habe, mache ich mich mit Rucksack und der Bäre-Lidl-Tasche auf den Weg ins Städtchen. Es beginnt bereits einzudunkeln. Die auf Google-Maps beworbene Bäckerei finde ich nicht und finde später heraus, dass diese in den Dorfkern gezügelt hat. Ich folge treu meinem GPS und finde nach kurzem Gehweg über Schnee (die Nebenstrassen und speziell die Trottoirs scheinen nicht vom Winterdienst verwöhnt zu werden) erreiche ich den Lebensmittelladen. Kaufe das Nötige ein und schwatze noch kurz mit der Verkäuferin, bevor ich mich auf den Weg zurück an die 21 old road mache. Es gefällt mir hier, fühle mich nicht eingenommen, sondern kann mich frei bewegen. Ich verstaue die Lebensmittel, mache einen Videocall mit der Familie und esse noch etwas. Bete und bitte Gott einen feurigen Schutzwall um das Haus zu bauen, die Familie und mich zu schützen. Bitte Gott, den heiligen Geist und Jesus, dass ich bereit bin, bereit für diese kommenden Tage. Gott meint es gut mit mir: Nadia hat mir bereits am Morgen geschrieben, dass die Wohnung bezugsbereit sei. So war es kein Problem, dass ich 30 Minuten vor dem offiziellen Check-in da war, habe mich abgeholt gefühlt. Im Flug die erste Reihe mit viel Beinfreiheit und ohne Sitznachbars, war toll. Habe mir eine Cola und ein Croque Monsieur gegönnt. Der Flug hatte über eine Stunde Verspätung (wie am Anfang kurz erwähnt). Das Restaurant, Café “The Bank” hat es mir angetan. Das Interieur gefällt mir sehr gut und ich werde sicherlich so bald als möglich dort essen gehen. Bin gespannt. Das Essen schmeckt hier einfach hervorragend, dass ist mir eben aufgefallen. Um 17.15 Uhr ist bereits tiefste Nacht. Der Mond und die Sterne wie auch die Sonne scheinen auf dieser Breitengrade heller und klarer zu leuchten. Ich werde nicht mehr nach draussen gehen, sondern den Abend irgendwie ausklingen lassen, wie weiss ich noch nicht. Der Rücken hat mich auf der anderen Seite wieder geschmerzt, musste Salbe auftragen, jetzt geht es besser. Du alter Knabe, du.

    Oswald Chambers, Theologe aus Aberdeen

    Es ist ein besonderer Moment, wenn uns bewusst wird, dass wir die Macht haben, bestimmte Stimmungen zu ersticken; eine unglaubliche Befreiung, wenn wir jede Art von Ichbezogenheit loswerden und nur eines im Blick haben: die Beziehung zwischen Gott und uns.

    Fenster mit Ausblick auf ein schneebedecktes schottisces Haus, im Hintergrund Bäume

  • Rückzug

    Ich weiss nicht, wie es dir manchmal geht. Soviel wird verlangt, der Schnellzug der Begehrlichkeiten rast mit hohem Tempo durch unser Leben und wir haben manchmal nicht einmal Zeit inne zu halten und zu beten, uns zu finden, herauszufinden wo wir stehen und wohin die Reise geht.

    Ich habe mir eine Woche Zeit genommen, um meinem Fuss vom Gas zu nehmen, um Fuss zu fassen, ja die Reise per Fuss und in kleinen Schritte zu vollziehen. Es verschlug mich nach Schottland, in die Highlands. In einem kleinen Dorf fand ich ein schmuckes Reihenfamilienhäuschen, inmitten von Schnee, Minustemperaturen und nun war ich da, was würde mir begegnen, würde ich es eine Woche mit mir aushalten, würde sich Gott zeigen und falls ja, was würde zum Vorschein kommen – Gutes, Bedrückendes, könnte ich es so alleine aushalten und was, wenn diese Übung schief gehen würde, ich alleine.

    In den nächsten Wochen nehme ich dich mit.

    Dieses Bild hängt sicherlich immer noch im Wohnzimmer im Häuschen an der 21 Old Road in Huntly Aberdeenshire, Schottland

  • Glaubensromatik

    Ich fühle mich wohl, die Sonne scheint, das Frühstück war wunderbar, meine Beziehungen harmonisch, die Verdauung spielt mit, Freiraum, Gelassenheit, Friede und Zuversicht. 

    Doch dann plötzlich aus dem nichts kommt die zuerst kleine Disharmonie, etwas was zuerst nur etwas nervt, doch irgendwann sich dem Monster der nicht gestellten Ereignisse adressiert, dieses aus dem scheinbaren Winterschlaf weckt und mich enervieren, ja sogar aufbrausen lässt. Ich verstricke mich in Widersprüche, Klage an, doch selten mich, brauche ein Ziel, um diese Disharmonie auszuleben. 

    Später beruhigt sich die Situation und ich lese einer meiner Texte und erblasse, ja, bin beschämt ab soviel Glaubensromantik, welche ich schreibe und doch nicht lebe, an welche ich appelliere und diese trotzdem nicht zu Herzen nehmen. Ehlender Hochstapler. Weiss ich nicht, wenn ich von Freiheit spreche, diese Freiheit rund um die Einheit mich zuerst herausfordern wird, dann wenn das harmonische Gefühl nachlässt, ich die Worte in den Wind schlage, ja das Wort mit meinen Taten lösche. Shame on me. Zurück auf Feld 1, zurück in das Bearbeiten des eigenen widerwärtigen Fleisches, das aufbegehrt, und hoffentlich bin ich mutig genug, fair genug den Worten auch Taten zu folgen, ja, wenn ich ihm nachfolge, mich nicht durch meinen eigenen Kontrollwahn verfolge, sondern mich führen lasse durch ihn, weil ich ihm glaube und deswegen vertraue, weil er gut ist und sich so für mich meint.

    reflection of finger in a mirror
    Photo by Jenna Hamra on Pexels.com
  • Enge Pforte und schmaler Weg

    Du fragst dich vielleicht, inwiefern die auf Liebe basierte Glaubenslehre mit den harschen oder harten Worten Jesu in Einklang gebracht werden kann. Ein spannendes Kapitel in der Bibel dazu steht im Matthäusevangelium Kapitel 7. Herausfordernde Aussage ist die enge Pforte, der schmale Weg, die guten Früchte und der rechte Glaube, der von Gott erkannt werden will und das Gehörte, das in die Tat umgesetzt werden soll.

    Auf den ersten Blick Aussagen, welche uns hinterfragen, ob wir wirklich richtig glauben, ob unsere Früchte gut sind, ob das Gehörte umgesetzt wird, wir gehorsam sind oder schlussendlich versagen und von Gott nicht erkannt werden.

    Beginnen wir zuvorderst im Kapitel 7. Richtet nicht, dass ihr nicht gerichtet werden oder Jesus Appell an die Selbstgerechtigkeit (siehst du nicht deinen Balken, sondern nur den Splitter in deines Bruders Auge). Auch die Bitte Jesu, „die Geister zu unterscheiden”, wann was gesagt werden soll, wann ist die Zeit reif, dies zieht wieder einen Bogen zum Schluss des Kapitels 7, wo was gehört auch getan werden soll. Bevor Jesus uns weiter herausfordert, zieht er die erste Bilanz und ermutigt uns in unserer Schwachheit, den Nächsten und uns zu lieben (nicht zu richten oder zu verurteilen und die Geister zu unterscheiden), zu suchen, zu bitten und anzuklopfen und dass er dies erhöht (indem gefunden, gegeben und aufgetan wird). Dies mit der Selbstverständlichkeit, dass Gott der Vater weiss, war wir brauchen, und uns das gibt, was wir brauchen, mehr als wir dies überhaupt aus unserer sündhaften Natur aus in unserer grössten Grosszügigkeit tun können. In ihm ist keine Finsternis. Er bittet uns, unsere Nächsten so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten. Wenn wir dieses Verständnis haben, bei uns anzufangen, uns vor Gott zu bringen, dann erkennen wir auch die falschen Propheten in uns selbst und in anderen. Wir bringen gute Früchte, wenn wir nicht richten, wenn wir nicht gegenüber unserem Nächsten selbstgerecht auftreten, wenn wir in unserem Unvermögen (dem Balken im Auge) Gott suchen, ihn bitten, und anklopfen. Ihm begegnen als Kind, dann wird die enge Pforte plötzlich weit und der schmale Weg begehbar, denn nur wer nicht als Kind, sondern als Selbstgerechter, als Verurteiler die Pforte durchschreiten möchte, die möglichst weit und selbstgerecht und den Weg der möglichst weit sein soll, kann es nicht. Denn bei Gott muss ich abnehmen, dass er zunehmen kann, ich muss vom grossen Riesen des Stolzes schrumpfen zum Kinde, damit ich schlussendlich durch die Pforte gehen kann, ich muss mich von meiner eigenen Minderwertigkeit und meinem Stolz trennen, die Luft der Erkenntnis, welche aufbläht verabschieden, damit ich durch die Pforte kann und auf den Weg finden kann, dann führt er mich in die Weite, dies ist kein Widerspruch. Jesus macht es klar, nicht alle die Herr, Herr rufen finden ins Königreich, es geht nicht um Dinge, die wir tun, sondern in der Beziehung, welche wir aufwachsen, Kinder, die rufen Abba, lieber Vater, die sich scheren um Dogmen und Lehren, sondern nur aufwachsen, die ihre Hoffnung in Gott setzen und nur Gott Vater nennen können ohne Scham, die seine Kinder sind. Es geht nicht um Zeichen und Wunder, um Anbetung des Buchstabens, sondern um die Liebe zum Vater, Sohn und dem Tröster. Ein Kind sehnt sich nach der Stimme des Vaters, einer Braut, nach der Stimme des Bräutigams, so hören wir und tun wir.

    dry canyon with narrow path in antelope valley
    Photo by Dziana Hasanbekava on Pexels.com
  • Das Buch

    Wir lesen Bücher, einige mehr, andere weniger, andere gar nicht. Einige zur Lust, zur puren Unterhaltung, andere zur Erweiterung ihres Wissens, einige als Ratgeber, andere zur Ablenkung bis hin zur Aufklärung. Es wird geschrieben, darauf argumentiert, philosophiert, neu gedacht, alt belassen, einiges wird neu interpretiert, anderes bleibt beständig. Die einige finden es sollte so bleiben, andere wollen das andere. Einiges ist für das heute, das hier und jetzt, anderes von gestern und trotzdem zeitlos. Wir müssen verstehen, was ein Buch kann und was nicht. Es kann inspirieren, einen Gedankenanstoss geben, unterhalten, Kompetenzen erweitern, auf andere Gedanken bringen, doch es kann nicht lieben, es kann nicht Berge versetzen, es kann nicht glauben, es kann nicht um Vergebung bitten, es kann nicht die Verantwortung für mich übernehmen, es kann nicht die Beziehung ersetzen.

    Wie steht es hier mit dem Buch der Bücher, der Bibel. Ich glaube, es kann nicht mehr als ein Buch eben kann. Es sind Schriften, es sind Inspirationen, Gedanken, Gedichte, Lebensgeschichten. So kann ein Buch auch nicht sprechen, nur eine Person, ein Wesen. Sicherlich kann dadurch auf die Stimme aufmerksam gemacht werden, doch kann sie nicht die Beziehung ersetzen. Ich kann nicht Bibelstellen zitieren, ohne mich in diese Beziehung hinzugeben und diese Beziehung ist ein Angebot, kein Zwingen in keiner Art und Weise. Die Bibel ist eine Inspiration, eine Ermutigung, sich diesem Gott zu nähern. Kein Ersatz dafür. Wem würde es in den Sinn kommen, ein Buch anzubeten. Doch es hat auch Schattenseiten. Ich kann jedes beliebige Buch interpretieren, zu meinen Gunsten interpretieren (und ggfs. zu Ungunsten anderer). So bin ich gefährdet, ein Buch als Strafgesetzbuch einzusetzen, speziell wenn es Werte definiert. Musste Jesus nicht deswegen kommen, um den Menschen zu bezeugen, dass sie nur durch die Beziehung zu einem Vater, einem Sohn und König und einer Weisheit in den Glauben eintreten können. Wieviel musste Jesus geistliche Autoritäten hinterfragen und ihnen vorzeigen, was der entsprechende Gottesdienst ist, nämlich zu lieben, Gott, den Nächsten wie uns selbst. Das Wort Gottes ist kein Buch mit sieben Siegel, nein es ist eine Person, Gott personalifiziert, in Jesus Christus. Wir vergessen vor lauter Bibelstudium manchmal unser Umfeld, die Menschen um uns herum und verfallen dem alten Trick, selbstgerecht zu sein, wenden alle Worte, welche in der Bibel stehen für Trennung von Gott für Menschen, welche aus unserer Sicht Gott (noch) nicht kennen, anstatt, diese Worte auf uns anzuwenden. Wir würden besser mehr beten, und diesem Jesus, dem Vater und dem heiligen Geist persönlich begegnen. Manchmal ist es besser sich vom selbstgeschaffenen Dogma vorübergehend zu verabschieden, diese beiseite zu lassen, in dem wir den Schwerpunkt auf das Gebet legen, uns ihm aussetzen, nicht in religiösem Wahnsinn, sondern in der Bedürftigkeit gegenüber Gott. Vielleicht finden wir uns aktuell zuwenig bedürftig, dann bitten wir doch diesen wunderbaren Gott, darum sie uns zu geben, damit wir ihm anhangen und dann, ja, wenn wir selbst merken, dass der grösste Feind Gottes wir selbst sind, ob wir ihn kennen oder nicht, dann kann er beginnen uns zu lösen vom Dogma hin ins gelobte Land und dann, aus dieser Überlegung. Ich muss uns enttäuschen, Gott ist wesentlich über alles Erdenkliche besser als wir ihn denken. Wir bedürfen einer Herzensänderung, die nur aus der Beziehung zu Gott kommt und wenn wir Schritt für Schritt verändert werden ihn sein Abbild, dann schlage das Buch auf, lese die Evangelien, die Worte Jesu durch und durch diese Brille der Tochterschaft, der Sohnschaft können wir den Buchstaben als diesen erkennen, das Wort darin finden (Jesus) und die Geister unterscheiden.

    Amen

    close up of books and coffee cup
    Photo by Fatma K.duman on Pexels.com
  • Liebe drei

    Ohne Liebe bin ich nichts, alle Dogmen werden vergehen, das Schwere wird vergehen, alle Schwerpunkte werden vergehen, alles, was ohne Liebe war wird unwahr, alles was Liebe war, bleibt wahr, schwingend zwischen Angst und Intellekt, zwischen sein und schein, versuchen das eigene Weltbild, die eigene Philosophie zu halten, zu beschützen, daraus entstehen nur Dogmas, Glaubenslehren, Interpretationen des Wortes, Konvertierung in Buchstaben, in Erkenntnisse, in Spekulationen, gepresst in Opferrollen, in der Deklaration des Guten und Bösen, ein Verschnitt längst vergangener Tage mit neuem Anstrich, doch diese Farbe blättert ab, sie ist nicht getränkt durch das Blut des Sohnes, sie ist getränkt durch den Schweiss und die Striemen des Sklaven. Wisst ihr den nicht, habt ihr nicht gehört, ihre Herzen und Seelen sind bereits belastet, erdrückend ist es, einengend, dass ihr sie mit euren religiösen Parolen in die Enge treibt. Ihr vermarktet den Gekreuzigten, doch treibt, treibt ihr sie von der Wüste in die Fata Morgana. Wer hat euch damals überzeugt, welche Gründe haben euch dazu bewogen, alles hinter euch zu lassen? War es nicht dieser Funke, diese Hoffnung, diese tiefste aller Sehnsüchte, dass die ersten Worte. die ihr gehört, eure Herzen berührt hat, mehr als die tiefste Mutterliebe sie geben kann, und in dieser Einfachheit, die Einfachheit eines Kindes, hättet ihr bleiben sollen. Doch die Liebe genügt nicht, sie muss ausgeschmückt werden, ja solange konjugiert werden, bis es nur noch leere Worthülsen sind. Aneinander gereihte Worte, die schnell ausgewechselt werden, in Interpretationen. Oh, ihr Erwachsenen, ihr seid erwachsen, herausgewachsen aus dem kindlichen Leben, euch genügt die Sohn- und Tochterschaft nicht mehr. Obgleich ihr sie besingt, bleibt ihr in ihr? Es gilt kein Ansehen der Person, du hast keinen Anteil mehr am Richterstuhl Gottes, wenn wir schon mit unseren Fingern zeigen müssen, dann auf uns, nicht auf andere, wir sind keine Opfer, wir sind gekrönte, gekrönt in Güte und Barmherzigkeit. Das aus nur einem Grund: zu lieben, Gott, die andern und uns selbst. Darin enthalten ist alles, alles erdenkliche, alles erdenkliche Gute, das Beste, alles wird vergehen, der Glaube, die Furcht, sogar die Gottesfurcht, das Prophetische, Zeichen und Wunder, alle Dogmas. So lasst uns beginnen, Gott zu bitten, unseren Vater im Himmel zu bitten für seine Liebe, nur so wird sein Reich gebaut. Wie kann ich das Reich bauen ohne zu lieben, wenn ich meinen Nächsten, sei es Christ, Buddhist, Hinduist, Kommuninst. Atheist, Moslem, Mann, Frau, Kind, nicht lieben, nur dann, wenn sie den Glauben annehmen, was bin ich wert, ohne Liebe bin ich nichts. Ich, wie alle Menschen auf dieser Welt sind geliebt, über alle Massen geliebt. Sein Reich wird erbaut, seinem Willen recht getan nur durch eines: Liebe. Wir sind Söhne und Töchter, Geliebte für immer.

    beach during sunset
    Photo by Bella White on Pexels.com
  • Liebe zwei

    Ja, Bruder, es stimmt, die Furcht des Herrn ist der Anfang aller Erkenntnis, doch Erkenntnis bläht auf, deshalb glaube ich, ohne Liebe, von dieser Liebe gezogen werden wir nicht erkennen, uns und speziell ihn nicht erkennen. Wir erkennen ihn in der tiefsten, höchsten, einfachsten Weise, der Liebe. Wenn er uns nicht zieht, zitieren wir, diskutieren wir, debattieren, dass alles bringt nicht viel, wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts. Und wieder geht es darum, an diese Türe zu klopfen, mit einem zerbrochenen Herzen, und den Vater bitten um mehr Liebe. Werdet wie die Kinder, nicht wie die Schriftgelehrten, wie die Kinder. Wir halten uns an allen Strohhalmen der Vernunft fest, sogar an einem kontraproduktiven Vaterbild, damit wir recht behalten, Recht für was, dass wir einzigartig sind, sind wir das, ja, ohne Zweifel, doch ohne zu tun unserer Werke. Verstehe mich nicht falsch, Gott steht über allem und alles, da gehe ich mit dir einig, doch was ist der Motor, deiner Motivation hinter dem, was du tust? Willst du mit dem, was du tust Gott gefallen? Ja, wir sind gefallen und tief in die falsche Richtung, weg von der Liebe, getrennt von seiner Güte und Barmherzigkeit. Deshalb können wir uns noch so anstrengen, es reicht nicht, Gnade ist es. Ich verstehe, unsere irdischen Väter waren manchmal nicht die göttlichsten, sie haben uns nicht bedingungslos geliebt, aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, doch sollten wir uns weiterhin durch die Brille der Unvergebung und der Verdammnis betrachten, nein, um Gottes Willen, nein, damit ehren wir nicht unsere Eltern, nein, wir verbauen uns den einfachsten und lieblichsten Zugang zu Gottes Reich. Es ist an der Zeit die Finger, mit welchen wir auf andere zeigen, höchstens auf uns zu zeigen, nein, auf Gott zu zeigen mit dem tief in uns generierten Sehnsucht geliebt zu werden und wenn wir lernen, diesem grossartigen Gott zu begegnen, dann hält uns nichts mehr daran, unsere Sünden zu bekennen, sich ihm zu nähern, ihn zu wollen, weil Sturheit abfallen muss. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn hingab… Ihr seid Freunde, besser Kinder Gottes. Wie kann das Wort Ehrfurcht, resp. Furcht des Herrn ausgelegt werden. Wenn ich jemanden liebe, tue ich, weil ich ihn liebe, ihn höher achte als mich selbst. Brauchst es von mir überhaupt noch eine Anstrengung. Gott liebt uns ja. Nennst du das Liebe? Wie billig, oberflächlich und selbstbefriedigend, weisser Zucker für die Seele, das schreit nach geistlichem Diabetes, das Insulin oberflächlichen Gottes Beziehung, pah, nein. Will ich mit meinem Schöpfer eins sein, dass seine Güte und Barmherzigkeit denn so notwendigen, trostlosen Situationen begegnen kann, damit die Menschen ihre Schuld, ihre Scham, ihr Herzeleid anvertrauen können. Wer möchte nicht frei sein. Diese Freiheit kann nicht durch komplexe Weisheiten in diese Welt kommen. Es muss etwas sein, was unsere Seele vom Säugling bis zum Greis abholt, etwas was von unserer Zeugung bis zum Tode so grundsätzlich, so fundamental ist, nicht durch uns befriedigt werden kann: Gottes Liebe.

    person soaking on body of water
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  • Die Liebe

    Es ist ein Leichtes für Frieden, für Ruhe, sogar für Glaube und Hoffnung zu bitten. Sie können sehr einfach durch Wörter wie lass mich in Frieden, lass mich in Ruhe, ich glaube nur was ich sehe oder die Hoffnung stirbt zuletzt, ersetzen. Doch wenn es um die Liebe geht, dann können wir uns nicht mehr verstecken, wir können von anderen nicht mehr Liebe verlangen, vielleicht mehr Verständnis, mehr Rücksichtnahme, doch mehr Liebe, dann würden wir es als kindisches Getue, peinlich berührt, tun. Es ist das persönlichste, tiefste, das mit grösstem Veränderungspotenzial behaftete, durchtränkte, was wir uns vorstellen können. Es ist die einzige Kraft, welche uns zu dem zieht und zu dem macht, für was es sich zu leben lohnt. Nur aus der Liebe werden wir grundlegend verwandelt, zu dem hin was wir sein sollen: a creation by design. Das Beten um mehr Liebe verlangt alles von uns denn bei Gott gilt nicht das Ansehen einer Person, sondern das Trachten nach seinem Königreich, seinem Willen und das ist immer: Liebe Gott von ganzem Herzen und mit all deiner Kraft und den Nächsten wie dich selbst. Darin ist erfüllt das Gesetz und die Propheten. Wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts, Gott ist die Liebe, nur mit und durch ihn kann ich lieben, er muss mich ziehen und ich muss ihn drum bitten: um Liebe. Was treibt Angst aus? Glaube, Hoffnung, Selbstkasteiung, Fasten? Oh dank sei Gott, die Liebe. Das Königreich bricht nicht mit Gewalt, Schall und Rauch, sondern mit Liebe in diese Welt hinein. Liebe mich, Herr, ich brauche deine Liebe, damit ich dich und meinen Nächsten lieben kann. Meinen Nächsten, weil sie oder er auch created by design sind. Das gleiche Design wie ich, unabhängig, wer sie oder er sind, lieben. Amen

    black ceiling wall
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  • αμνησία

    I sta uf em Autebärgstäg

    i sta da u friere a däm Wintertag

    Zyt schynt stiu zstah, aus was isch gsy

    aus was wird sy fliesst vor eire Syte

    unger äm Stäg in die angeri Richtig

    u zWasser fliesst dAare ab

    Zyt vergeit, Blätter sy gfaue

    dWäut schlaft, der Bode isch hert

    dWulche möge nümme schwebe

    si näble, näble aus i

    u zWasser fliesst dAare ab

    DGedanke vo vergangene Zyte

    DGedanke vo hüt und vo morn

    Wär bi ni gsy, wär bini hüt

    Wär söi sy, wär bin i

    u zWasser fliesst dAare ab

    Bini ä Heud, ä Versäger

    ä Friedensstifter, ä Heilige

    Bin is wärt, macht aues ä Sinn

    Sötti meh oder weniger oder angersch sy

    u zWasser fliesst dAare ab

    Wo isch my Platz, sötti wichtig sy

    Wo präge i, wo würke i, wo chunts drufa

    Wenn ha nis erreicht, wenn isches gnue

    wenn gseh si mi, wenn gloube si mir

    u zWasser fliesst dAare ab

    Zwüsche gnüege, söue u sy

    Zwüsche si / mi si Wiue düresetzte u la sy

    Zwüsche Brocheheit u Hoffnigsschimmer

    Zwüsche Angscht u Zueversicht

    u zWasser fliesst dAare ab

    αμνησία, du schöni Frou

    αμνησία läng mi a

    vertrei, vertrei mer dr Chopf

    Rys mehr das vertreite Härz us mim Brustchorb

    u wirfs its Wasser, es fliesst dAare ab

    äs neus Härz, äs neus Härz

    äs Härz us Fleisch nid us Stei

    äs neus Härz voller Güeti

    äs neus Härz voller Barmhärzigkeit

    Aues angeri vergässe i, ausser angeri besteit nid

    αμνησία – leg mer neue Chleider a

    Reingwäsche im Bluet vo dim Brueder

    Was isch gsy, isch und wird sy – αμνησία

    numme eis blibt 

    αγάπη אהבה حب  Deus amor est

    blooming lily of the valley
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