In der heutigen Zeit mach uns verschiedene Themen zu schaffen. Dem Wunsch nicht nur gesellschaftlich korrekter Politikformen Platz zu schaffen, macht die Runde. Der Nationalsozialismus hat versagt wie auch der Kommunismus in seiner Reinkultur. Wie sollte es also weitergehen. Die Demokratie schien und scheint für alle die bestmögliche Regierungsform, um von diesem Topf der verschiedenen Ideologien einen Kompromiss zu finden. Könnte durch eine liberale Gesellschaft nicht auch Platz für neue Ideologien in der Politik geschaffen werden? Solche Ideologien, die es bislang kaum oder nie richtig in den Mittelpunkt der Weltpolitik geschafft haben und die Gesellschaft in ihrer Denken zu wenig prägen konnten? Ich denke nicht nur an den islamischen Staat, welcher ein Grossteil der Muslime sicherlich negativ gegenübersteht, ich denke da auch an den langgehegten Wunsch einiger Christen, welche sich ebenfalls einen Gottesstaat wünschen. Natürlich fern von Gewalt und Ausnutzung.
Doch können religiöse Gebilde überhaupt die Politik so beeinflussen, dass diese im Mittelpunkt des Lebens stehen. So gesagt, die Richtschnur jeden Bürgers gelten können?
Aus der Sicht der Christentums (nur da kann ich mitreden) wäre es fatal zu glauben, dass die Idee eines von Christen beherrschten Staates die Lösung aller Probleme wäre. Aus alttestamentlicher Sicht wäre ein solches Konstrukt durchaus plan- und sogar umsetzbar, aus der Sicht eines Christen ganz und gar nicht.
Damit wir diese Formulierung verstehen müssen wir etwas zurückgehen. Im Alten Testament galt das Gesetz als Richtschnur aller Menschen. Wer sich dagegen auflehnte musste sterben, resp. härteste Konsequenzen auf sich nehmen. Dieses Gesetz wurde durch Richter, Könige und Propheten (im Auftrag Gottes) umgesetzt. Die Menschen mussten sich vor menschlichen Richtern verantworten. In diesem Sinne können wir von einem Gottesstaat sprechen. Die Regierung und die Richter standen unter dem gleichen Einfluss, dem gleichen Grundverständnis.
Drehen wir die Seite so lesen wir im neuen Testament das es nur einen Mittler zwischen Mensch und Gott bedarf, dies in Gottes Sohn, Jesus Christus. Wir bedürfen also keine Könige und Richter mehr, sondern können uns selbst dem Thron Gottes nähern. Dies war im alten Testament nicht möglich. Auf dieser Grundlage des Gnadengeschenks Gottes an die Menschen besteht nur eine Verpflichtung des Menschen gegenüber seinem Schöpfer: Er muss ihm persönlich begegnen. Da kann ihm keine Regierung helfen, er muss den Entscheid selbst fällen. Gott ruft ihn.
Würde also der Gedanke eines christlichen Gottesstaates einmal wahr, würde dies heissen, dass wir den Tod Jesu im Endeffekt als nichtig bezeichnen, die Leute vom gelobten Land zurück nach Ägypten führen würden. Weil wir könnten nicht anders, als die Leute zu zwingen, diesem Gott der Liebe anzugehören. Alle die sich weigern würden, würden gezwungen und deshalb glaube ich persönlich an keinen christlichen Gottesstaat. Eine Beziehung kann und wird nicht staatlich geregelt. Eine innere Veränderung kann nicht vom Staat diktiert werden.
Was ich aber glaube ist, dass Christen in der Politik nötig sind. Sie sollen ihre Beziehung zu Jesus in die Parlamentshallen und in die Kommissionssitzungen hineintragen, Fürbitte leisten. Speziell heute haben wir gute Nachrichten, nötig, die uns Perspektiven und Hoffnung geben und hier hätte aus meiner Sicht die beste aller guten Nachrichten dringend Platzbedarf.
