Wir sind gefangen von unserer eigenen Befindlichkeit. Alles wird seziert, unter die Lupe genommen, verglichen, interpretiert, bewusst gemacht, wiedergekäut und runtergeschluckt, um hoffentlich verdaut zu werden. In allem Guten und Schlechten wird uns täglich die Befindlichkeit vor Augen geführt – Freizeit von der Gefangenenzeit, Ausgang vom Gefängnis, Auszeit von den überhöhten Anforderungen des Lebens. Wir kreieren in unseren Anforderungen ein Vakuum an Bedürftigkeit, um nicht zu kurz kommen. Doch lässt sich dieses Vakuum nie durch Selbstbefriedigung stillen, resp. auflösen. Es geht nicht um das “wie es mir geht”, sondern um das ich, was sich nur in der Beziehung zu sich selbst, zu Mitmenschen und Gott sinnhaft einstellt. Wir vegetieren nicht zwischen Anforderungen und Selbsttröstung, um irgendwie den nächsten Tag zu überleben, wir sind als fragile Wesen auf die Beziehung mit unserem Schöpfer angewiesen, bei ihm kommen wir zur Ruhe, mit ihm und durch ihn leben, nicht überleben wir.
