Wir sind frei, freie Menschen, gekrönt mit Güte und Barmherzigkeit.
Glauben wir das, oder ziehen wir uns bei jeder Disharmonie, jeder Minderwertigkeit, jeder Sünde zurück in die Hölle der Selbstanklage, der Selbstkasteiung? Der verlorene Sohn konnte ihn seinen Augen nicht mehr Sohn, sondern nur noch Sklave sein. Er hatte es nicht verdient.
Egal, was du denkst, dich in der Situation fühlst, wenn du zurückkehrst, ihm dein Vergehen bekennst, lässt er das Geschehene hinter dir, du warst immer sein Kind, er, wie auch der erwähnte Vater in der Geschichte haben ihren Sohn und ihre Tochter nicht vergessen, immerzu sich nach der Rückkehr gesehnt, die Hoffnung nie aufgegeben. Wie viele Male kehren wir zu Gott zurück, fühlen uns schuldig, unwürdig sein Kind zu sein. Wir kehren zurück, doch bleiben wir in der Höhle, verzeihen uns nicht. Diese Haltung generiert Dunkelheit, ein gespaltenes Bild von Gott. George MacDonald schreibt in seinen unveröffentlichten Predigten davon, dass wir Kinder Gottes sind, dies in der Haltung Diener aller, aber Sklave von niemandem zu sein.
Wir glauben so viel, doch glauben wir auch das, was Gott sagt, die Stimme aller Stimmen. Lassen wir uns so rasch den Glauben, die Hoffnung und speziell die Liebe, welche das Höchste ist, rauben. Viel Suchtverhalten gründet auf dieser Haltung. Wir Menschen brauchen Trost, Befriedigung und tiefen Frieden. Als Sklave kann ich mich dem Vater im Himmel nicht nähern, ich kann von dieser Art von Beziehung nicht im Ansatz einem Aspekt der Zugehörigkeit, der Intimität abgewinnen. Dann suche ich es in meiner vermeintlichen Höhle, welche mich vor Gottes Augen bedeckt und ich kratze in meinen Wunden und decke meine Scham auf, versuche mich selbst zu befriedigen. Dann höre ich Stimmen, stimmen dich mir bestätigen zu bleiben.
Dann höre ich eine andere Stimme, eine vertraute Stimme, eine Stimme in welchem mir bewusst wird, wo ich mich befinde. Sie ruft inmitten der anderen Stimmen, doch was, wenn ich der vertrauten Stimme Raum gebe, ich kann nicht, so viel Schuld, so viele Wunden. Doch dann höre ich genauer hin. Desto mehr ich der vertrauten Stimme Raum gebe, desto mehr scheinen die anderen Stimmen nur noch zu einem Murmeln, zu unverständlichen Sprachfetzen zu werden. Dann höre ich plötzlich meinen Namen rufen, zuerst wie ein Traum, dann klarer und klarer wie die Sonne beim Aufgang:
„Komm, komm heraus“ und ich folge der Stimme und entscheide mich dieser Stimme zu glauben und ignoriere alle anderen Stimmen in mir und folge dem Licht, welches den Weg aufzeigt ins Sonnenlicht, ins Leben, heraus aus meinen Lügen in die Wahrheit.
…Und Du deckst mir den Tisch, mein Becher überläuft und ich bleibe für immer in deinem Haus… Amen
