Was ist meine Motivation, was deine Motivation hinter dem was wir sagen und tun. Was meinen wir zu meinen, was verbirgt sich hinter der Fassade des Menschseins. Damit wir hinter diese Fassade sehen können braucht es eine Unterscheidung zwischen Realität und Wahrheit. Dies geschieht im Gebet, in der Ausrichtung und Auslieferung zu Gott. Wir durchdringen die Wand des Offensichtlichen und dringen durch in die Beweggründe des Herzens, indem wir Gott bitten, die Geister zu unterscheiden. Was scheint offensichtlich, doch ist nur eine Oberflächlichkeit, ein (un)bewusstes kaschieren der tieferen Wahrheit, welche wir versuchen zu beschönigen, zu verdrängen, zu lamentieren. Gott macht nie halbe Sachen, den nur die Wahrheit macht frei. So setzen wir uns selbst aus, bis wir wissen, was und wer diese Geister (Motivationen) wirklich sind. Warten und nehmen zumal die Sicht von Aussenstehenden, wahr, da wir betriebsblind sein können oder sind. Wir beginnen mit uns, damit wir selbst immer und immer wieder bei uns ansetzen, um nicht zu vergessen, dass wir auch nur fragile Menschen sind. Dies hilft uns, die Geister anderer mit der richtigen Herzenshaltung zu begegnen. Wir können den erkannten Geist in uns und speziell in anderen erkennen, doch was tun wir damit: fallen wir bei uns selbst in Selbstmitleid und bei anderen in Verurteilung und Lieblosigkeit. Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut. Gott hat uns das Bewusstsein für den Nächsten nicht geöffnet, damit wir uns über ihn erheben (und uns selbst aus der gleichen Verantwortung ziehen), um uns zu brüsten und um den Nächsten zu beschämen, nein, damit wir uns mit ihm im Menschsein gleich stellen, um für uns beide einzustehen, denn wen ich für jemanden beten kann, dann kann ich ihn, mich und Gott lieben.
Niklaus von der Flüe (1417 – 1487)
Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir.
