Weshalb mache ich etwas, weshalb mache ich das, was ich mache:
Um anzugeben, um anzunehmen, um die Zeit herauszubringen
damit ich Applaus, welchen ich sonst nicht erhalten würde
nun, wenn ich es nicht tue, dann tut es ein anderer
nun, mache ich mich jetzt klein, damit mich niemand übervorteilen kann
nun, damit ich nicht in Konkurrenz treten muss, mich schöner, besser, gefälliger und ausdrücklicher zu zeigen
Denn wenn ich es endlich geschafft hätte, dann hätte ich es geschafft, oder eben gerade nicht
was dann, berühmt zu sein ist kein zuckerschlecken, eher Wunden lecken und schlussendlich
enttäuscht, dass dieser rote Apfel nicht die Wirkung, sondern das entzaubern brachte
so enttäuscht, so frustriert, nur heisse Luft, nur Druck in der Brust, wo steht die Liebe, wo der Hass, wo die Triebe, wo steht der Sinn, wo bleibt der Wahnsinn, wo die Erfüllung, wenn ich schon vorab nicht voll war, dann ist jetzt das Glas nicht gefüllt, sondern eher leer als voll.
Und wen würde ich zur Verantwortung ziehen, dich, nein mich, weil ich auf den alten Marketingtrick reingefallen bin, es ist zumal nicht leicht, sondern schlichtweg abgeschminkt, berühmt zu sein.
Wir sind das ganze Leben lang ermutigt, gedrängt mehr zu lieben: den Nächsten wie uns selbst. Vergeben und vergeben, loslassen vom Recht, Recht zu haben. Der Liebe willen, weil es uns hilft, Frieden und Ruhe zu finden. Ich gebe es zu, es ist ein Leichtes, Menschen zu lieben, die nach unseren Vorstellungen und Werten handeln. Doch wehe, wenn sie uns widersprechen, uns den Spiegel vorhalten, lieben wir sie noch bedingungslos oder kaltet unsere Liebe ab, wird sie oberflächlicher, unbedeutend und schieben wir unsere Nächsten aufs Abstellgleis der Gleichgültigkeit? Ich weiss, es wird viel verlangt, doch haben wir einen Helfer, einen Tröster, der uns zur Seite steht, der aus eigener Erfahrung weiss, was es bedeutet, Mensch zu sein. Mit ihm können wir unsere Sturheit, unsere verletzte Seele überwinden, uns neu auf den Weg machen, Beziehungen zu leben.
Es gibt diesen Gott, der meiner ganze Liebe bedarf, nicht weil er es nötig hätte, sondern wir es. Und wir sehnen uns nach diesem Menschen, den wir mehr lieben als alle anderen, nicht weil es dieser Mensch benötigt, sondern wir es. Dieser Mensch, welchen wir lieben, über sein Wohlergehen, wir uns sehnen und danach handeln, welcher uns begeistert über alle Massen, welchem wir unsere Seele offenbaren, das Intimste teilen. Doch wehe, wenn sie oder er uns widerspricht, uns den Spiegel vorhält, lieben wir sie oder ihn noch bedingungslos oder kaltet unsere Liebe ab, wird sie oberflächlicher, unbedeutend und schieben wir unsere Nächsten aufs Abstellgleis der Gleichgültigkeit? Ich weiss, es wird viel verlangt, doch haben wir einen Helfer, einen Tröster, der uns zur Seite steht, der aus eigener Erfahrung weiss, was es bedeutet, Mensch zu sein. Mit ihm können wir unsere Sturheit, unsere verletzte Seele überwinden, uns neu auf den Weg machen, Beziehungen zu leben.
In der heutigen Zeit mach uns verschiedene Themen zu schaffen. Dem Wunsch nicht nur gesellschaftlich korrekter Politikformen Platz zu schaffen, macht die Runde. Der Nationalsozialismus hat versagt wie auch der Kommunismus in seiner Reinkultur. Wie sollte es also weitergehen. Die Demokratie schien und scheint für alle die bestmögliche Regierungsform, um von diesem Topf der verschiedenen Ideologien einen Kompromiss zu finden. Könnte durch eine liberale Gesellschaft nicht auch Platz für neue Ideologien in der Politik geschaffen werden? Solche Ideologien, die es bislang kaum oder nie richtig in den Mittelpunkt der Weltpolitik geschafft haben und die Gesellschaft in ihrer Denken zu wenig prägen konnten? Ich denke nicht nur an den islamischen Staat, welcher ein Grossteil der Muslime sicherlich negativ gegenübersteht, ich denke da auch an den langgehegten Wunsch einiger Christen, welche sich ebenfalls einen Gottesstaat wünschen. Natürlich fern von Gewalt und Ausnutzung.
Doch können religiöse Gebilde überhaupt die Politik so beeinflussen, dass diese im Mittelpunkt des Lebens stehen. So gesagt, die Richtschnur jeden Bürgers gelten können?
Aus der Sicht der Christentums (nur da kann ich mitreden) wäre es fatal zu glauben, dass die Idee eines von Christen beherrschten Staates die Lösung aller Probleme wäre. Aus alttestamentlicher Sicht wäre ein solches Konstrukt durchaus plan- und sogar umsetzbar, aus der Sicht eines Christen ganz und gar nicht.
Damit wir diese Formulierung verstehen müssen wir etwas zurückgehen. Im Alten Testament galt das Gesetz als Richtschnur aller Menschen. Wer sich dagegen auflehnte musste sterben, resp. härteste Konsequenzen auf sich nehmen. Dieses Gesetz wurde durch Richter, Könige und Propheten (im Auftrag Gottes) umgesetzt. Die Menschen mussten sich vor menschlichen Richtern verantworten. In diesem Sinne können wir von einem Gottesstaat sprechen. Die Regierung und die Richter standen unter dem gleichen Einfluss, dem gleichen Grundverständnis.
Drehen wir die Seite so lesen wir im neuen Testament das es nur einen Mittler zwischen Mensch und Gott bedarf, dies in Gottes Sohn, Jesus Christus. Wir bedürfen also keine Könige und Richter mehr, sondern können uns selbst dem Thron Gottes nähern. Dies war im alten Testament nicht möglich. Auf dieser Grundlage des Gnadengeschenks Gottes an die Menschen besteht nur eine Verpflichtung des Menschen gegenüber seinem Schöpfer: Er muss ihm persönlich begegnen. Da kann ihm keine Regierung helfen, er muss den Entscheid selbst fällen. Gott ruft ihn.
Würde also der Gedanke eines christlichen Gottesstaates einmal wahr, würde dies heissen, dass wir den Tod Jesu im Endeffekt als nichtig bezeichnen, die Leute vom gelobten Land zurück nach Ägypten führen würden. Weil wir könnten nicht anders, als die Leute zu zwingen, diesem Gott der Liebe anzugehören. Alle die sich weigern würden, würden gezwungen und deshalb glaube ich persönlich an keinen christlichen Gottesstaat. Eine Beziehung kann und wird nicht staatlich geregelt. Eine innere Veränderung kann nicht vom Staat diktiert werden.
Was ich aber glaube ist, dass Christen in der Politik nötig sind. Sie sollen ihre Beziehung zu Jesus in die Parlamentshallen und in die Kommissionssitzungen hineintragen, Fürbitte leisten. Speziell heute haben wir gute Nachrichten, nötig, die uns Perspektiven und Hoffnung geben und hier hätte aus meiner Sicht die beste aller guten Nachrichten dringend Platzbedarf.
Es braucht Gott so viel mehr Effort und Kraft, Religiöses aus unserem Leben zu nehmen, als ein rebellisches Kind aus seiner Ecke der Sturheit zu ziehen. Das Kind kann mit Geduld und Liebe dazu gebracht werden, seine Rüstung niederzulegen. Das Religiöse ist so durchdrungen von Erkenntnis, geistlicher Logik, das auch das liebste Säuseln des Heiligen Geistes den Menschen nicht zum Kind, Sohn oder Tochter macht, sondern lediglich die emotionale, resp. intellektuelle Essenz aus der Wahrheit herausgeschält wird, konditioniert, um in die Glaubenslehre, des Abenteuers Willens, der Emotionalität Willen gepresst und angepriesen zu werden. Das intimste, persönlichste wird als billiger Marketinggag etabliert und lauwarm serviert. Da kann ich nur sagen, rebelliert, liebe Kinder, das ist nicht euer Himmelreich.
Was ist meine Motivation, was deine Motivation hinter dem was wir sagen und tun. Was meinen wir zu meinen, was verbirgt sich hinter der Fassade des Menschseins. Damit wir hinter diese Fassade sehen können braucht es eine Unterscheidung zwischen Realität und Wahrheit. Dies geschieht im Gebet, in der Ausrichtung und Auslieferung zu Gott. Wir durchdringen die Wand des Offensichtlichen und dringen durch in die Beweggründe des Herzens, indem wir Gott bitten, die Geister zu unterscheiden. Was scheint offensichtlich, doch ist nur eine Oberflächlichkeit, ein (un)bewusstes kaschieren der tieferen Wahrheit, welche wir versuchen zu beschönigen, zu verdrängen, zu lamentieren. Gott macht nie halbe Sachen, den nur die Wahrheit macht frei. So setzen wir uns selbst aus, bis wir wissen, was und wer diese Geister (Motivationen) wirklich sind. Warten und nehmen zumal die Sicht von Aussenstehenden, wahr, da wir betriebsblind sein können oder sind. Wir beginnen mit uns, damit wir selbst immer und immer wieder bei uns ansetzen, um nicht zu vergessen, dass wir auch nur fragile Menschen sind. Dies hilft uns, die Geister anderer mit der richtigen Herzenshaltung zu begegnen. Wir können den erkannten Geist in uns und speziell in anderen erkennen, doch was tun wir damit: fallen wir bei uns selbst in Selbstmitleid und bei anderen in Verurteilung und Lieblosigkeit. Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut. Gott hat uns das Bewusstsein für den Nächsten nicht geöffnet, damit wir uns über ihn erheben (und uns selbst aus der gleichen Verantwortung ziehen), um uns zu brüsten und um den Nächsten zu beschämen, nein, damit wir uns mit ihm im Menschsein gleich stellen, um für uns beide einzustehen, denn wen ich für jemanden beten kann, dann kann ich ihn, mich und Gott lieben.
Wenn wir als Menschen wissen möchten, wie resilient, wie ausgeglichen, sogar wie heilig wir sind, dann kann dies sehr einfach festgestellt werden: wie wir auf Beleidigung, Missgunst und Benachteiligung reagieren.
Hier können wir nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen, sonst würde dieses Theater sehr schnell aufgedeckt, wir können hier nur bedingt bluffen, denn wenn wir dann alleine für uns sind, dann wird sich zeigen, inwiefern wir uns davon beeinflusst haben, denn dann meldet sich das verletzte Kind in uns, dass entweder in seiner Minderwertigkeit vergeht, Wunden leckt und in Selbstmitleid verfällt oder rebelliert, aufbegehrt und mindestens den gleichen Waffen zurück schlägt, in Gedanken, in Wort und vielleicht sogar in Tat. Ich glaube, dass die allermeisten Affront nicht bewusst generiert wurden, nein, aus dem Effekt, aus der eigenen Unzurechnungsfähigkeit, vielleicht aus Benachteiligung, also aus Eifersucht.
Wenn wir dann merken, dass Gott genau diese Affronts benutzt, um uns von uns zu befreien, ja im wahrsten Sinne des Wortes zu enttäuschen, dann, hoffentlich, verstecken wir uns nicht hinter religiösen Aussagen, sondern lassen uns führen, auch wenn wir dies nicht wünschen, diesen inneren Schweinehund überwinden, unter Tränen, zu kapitulieren, im nicht zu wissen zu werden: in die neue Kreatur.
Wir sind frei, freie Menschen, gekrönt mit Güte und Barmherzigkeit.
Glauben wir das, oder ziehen wir uns bei jeder Disharmonie, jeder Minderwertigkeit, jeder Sünde zurück in die Hölle der Selbstanklage, der Selbstkasteiung? Der verlorene Sohn konnte ihn seinen Augen nicht mehr Sohn, sondern nur noch Sklave sein. Er hatte es nicht verdient.
Egal, was du denkst, dich in der Situation fühlst, wenn du zurückkehrst, ihm dein Vergehen bekennst, lässt er das Geschehene hinter dir, du warst immer sein Kind, er, wie auch der erwähnte Vater in der Geschichte haben ihren Sohn und ihre Tochter nicht vergessen, immerzu sich nach der Rückkehr gesehnt, die Hoffnung nie aufgegeben. Wie viele Male kehren wir zu Gott zurück, fühlen uns schuldig, unwürdig sein Kind zu sein. Wir kehren zurück, doch bleiben wir in der Höhle, verzeihen uns nicht. Diese Haltung generiert Dunkelheit, ein gespaltenes Bild von Gott. George MacDonald schreibt in seinen unveröffentlichten Predigten davon, dass wir Kinder Gottes sind, dies in der Haltung Diener aller, aber Sklave von niemandem zu sein.
Wir glauben so viel, doch glauben wir auch das, was Gott sagt, die Stimme aller Stimmen. Lassen wir uns so rasch den Glauben, die Hoffnung und speziell die Liebe, welche das Höchste ist, rauben. Viel Suchtverhalten gründet auf dieser Haltung. Wir Menschen brauchen Trost, Befriedigung und tiefen Frieden. Als Sklave kann ich mich dem Vater im Himmel nicht nähern, ich kann von dieser Art von Beziehung nicht im Ansatz einem Aspekt der Zugehörigkeit, der Intimität abgewinnen. Dann suche ich es in meiner vermeintlichen Höhle, welche mich vor Gottes Augen bedeckt und ich kratze in meinen Wunden und decke meine Scham auf, versuche mich selbst zu befriedigen. Dann höre ich Stimmen, stimmen dich mir bestätigen zu bleiben.
Dann höre ich eine andere Stimme, eine vertraute Stimme, eine Stimme in welchem mir bewusst wird, wo ich mich befinde. Sie ruft inmitten der anderen Stimmen, doch was, wenn ich der vertrauten Stimme Raum gebe, ich kann nicht, so viel Schuld, so viele Wunden. Doch dann höre ich genauer hin. Desto mehr ich der vertrauten Stimme Raum gebe, desto mehr scheinen die anderen Stimmen nur noch zu einem Murmeln, zu unverständlichen Sprachfetzen zu werden. Dann höre ich plötzlich meinen Namen rufen, zuerst wie ein Traum, dann klarer und klarer wie die Sonne beim Aufgang:
„Komm, komm heraus“ und ich folge der Stimme und entscheide mich dieser Stimme zu glauben und ignoriere alle anderen Stimmen in mir und folge dem Licht, welches den Weg aufzeigt ins Sonnenlicht, ins Leben, heraus aus meinen Lügen in die Wahrheit.
…Und Du deckst mir den Tisch, mein Becher überläuft und ich bleibe für immer in deinem Haus… Amen
Der Mensch wächst in seiner Persönlichkeit nicht aufgrund verbesserter Prozesse, optimierter Abläufe, logisch hergeleiteter Erkenntnisse, sondern in der Reflektion gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und Gott. Wir gedeihen nie grundlegend auf dem Wissen, dem Intellekt, sondern den Aspekten des Herzens: Vergebung, Annahme, Zugehörigkeit, Grosszügigkeit, Kraft für Neuanfänge um dadurch verwandelt zu werden in einen neuen Menschen, gestärkt mit Zuversicht und Hoffnung. Lasst uns in unseren Gemeinschaften, unseren Kirchen den Fokus nicht aus den Augen verlieren, weshalb wir uns treffen, alles, was der Geist fördert: zu leben.