Autor: smö

  • Alles Neu – Beten

    Wie soll ich beten? Ist das Naheliegendste relevant, die eigene, die des Nächsten Befindlichkeit das Ziel meines Gebetes, dass es mir, dem Nächsten wieder gut geht, doch was ist gut, ist gut, was mich schlafen lässt, mich beruhigt, mich erlöst, von meinem Sorgen, ihrem Leid, meinem Stress. Sind wir, geben wir uns zufrieden mit der Symptombekämpfung? Weshalb gehen wir nicht tiefer und fragen nach dem Weshalb, dem Wieso oder besser, bitten wir seinen Willen in unser, aller Leben hinein mit dem Wissen, dass er weiss was wir und der Nächste braucht. In ihm ist keine Finsternis. Der er ist ein Gott, der seine Bäume tief verwurzelt sehen möchte, tiefer in ihm, dem Lebenswasser.

    close up of a man praying
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  • Alles Neu – Reiz

    Es reizt mich, du reizt mich, ich reize mich. Ich bin überreizt.

    Reize ich meine Gereiztheit aus, die Gereiztheit, welche mich bewahrt, mich gleichgültig gegenüber des effektiven, relevanten und ewigen macht, mir das Gefühl gibt Herr zu sein, über meine Befindlichkeiten. Denn wenn ich Herr sein will, dann bin ich Sklave, dann kann ich es nicht lassen, dann kann ich nicht davon lassen, es sein lassen, es aufgehoben zu wissen, in den Händen des Herrn. Ich kann das Leben, das Spiel des Lebens nicht überspringen, ich bin nicht Herr, ich gehöre nicht mir, ich habe das einzige erhalten, was ich weggeben kann, mein Herz, damit, er der Herr, es beleben kann, denn das das Herz ist dazu bestimmt, zu Gott zu finden, ihm zu vertrauen. Dann finde ich heim, dann finde ich dorthin, wo alles Sinn ist und macht. Ja, dann wenn ich mit ihm bin, Sohn bin, nicht Sklave, bei ihm in Ewigkeit regierend.

    bearded man praying with his hands clasped
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  • Alles Neu – Legacy

    Wir streben danach, dass auch nach dem Ableben etwas von uns übrigbleibt, an was sich die Welt erinnert, sich an uns erinnert. Wir glauben, dass wir der Mittelpunkt sind, ich verstehe, das haben alle irgenwie angestrebt, alle über Zeitepochen, Status hinweg. Doch wer wird sich in 100 Jahren noch ab uns erinnern, wissen wer wir sind und was wir getan, uns reflektiert, Gutes, Weltbewegendes getan haben? Wir wissen es nicht, vielleicht zitiert uns noch jemand, doch sie wissen nichts mehr von uns, was uns ausgemacht hat, nur noch ein vernebeltes Bild aus längst vergangenen und für die neue Generation irrelevanter Zeiten. Wir reihen uns ein in die Vergangenheit, in das Verflossene, Ausgeschüttete, Beendete. 

    Was macht uns aus, was, nein, wer macht uns aus, über alle Zeitepochen hinweg. Er der uns gemacht hat. In ihm verbindet sich das Gestern, das Heute und das Morgen. Er, der Anfang und das Ende. Er ist, Jesus ist unsere Legacy, in ihm ist keine Finsternis, in ihm wurzeln, gedeihen und verändern uns von Erschaffenen zu Gezeugten. Das ist unsere Legacy, ihn zu wollen, weil er uns will und darauf und daraus fliesst alles, alles was uns Menschen grundsätzlich und zu tiefstst verändert hin zum ewigen Frieden und Ruhe.

    All the glory to God

    boy wearing crown statue
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  • Alles Neu – Zerbruch

    Bin ich zu nett, zu streng, zu direkt, zu scheu, zu laut, zu leise, zu hungrig, zu abstinent, zu grosszügig, zu kleinlich, zu blauäugig, zu kritisch, zu ängstlich, zu überheblich, zu traurig, zu begeistert?

    Wie kann ich meine Geister unterscheiden, was ist richtig, was falsch, was Gott zugewandt, was nicht, oh, mein Herz, ich weiss es nicht.

    Jeder Schritt ist der falsche, wenn ich von dir weggehe

    Sich auf meine Gefühle verlassen?

    Wie meine Tochter, so auch ich: die dicke Raube verpuppt sich mit Widersprüchen und das enge Gefäss der Befindlichkeit drängt auf mein Herz, meine Lunge, meine Freude, meine Gelassenheit, meine Träume ein. Will ich dich nur, damit ich frei werde und nicht mehr leiden muss?

    Glaube ich nur so viel, reicht mir das Vegetieren und Überleben, mich zu überleben?

    Wer ist grösser, ruft mir Gott zu, wer ist allmächtiger und kennt die Sehnsüchte des Menschen, wer hat diese geformt und in dich gelegt.

    „The Lord knows what men need; they know only what they want. They want ease; he knows they need purity.”
    George Macdonald

    „Man finds it hard to get what he wants, because he does not want the best; God finds it hard to give, because He would give the best, and man will not take it.”
    George Macdonald

    …kommt alle zu mir, die ihr mühlelig und beladen seid, ich will euch erquicken…
    Jesus Christus

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  • Alles Neu – Olympiade

    Im christlichen Kontext gibt es zwei Arten von Wettbewerb: die Disziplin des Rennens und die Disziplin des Steinwerfens. Wir widmen uns zuerst der Disziplin des Steinwerfens, sozusagen als Ergänzung zum Text von letzter Woche. Das Haus Gottes hat verschiedene Räume, verschiedene Konfessionen, verschiedene Schwerpunkte, in meiner Interpretation auch stark differenziert und aufgezeigt in den Briefen von Paulus an die verschiedenen Gemeinden (nicht nur örtlich). Für die einen steht der Verstand mehr im Fokus (Römer) für andere die Liebe und die Geistesgaben (Korinther), für andere die Anleitung zur Kampfführung (Epheser). Gemeinden formen sich in den meisten Fällen von Menschen mit ähnlichen Ansichten oder ähnlicher Begabungsstruktur. Intuitive (resp. prophetische) Menschen suchen sich Gemeinden mit heiligem Geist im Fokus, traditionelle (resp. lehrerbegabte) Menschen suchen sich Gemeinden mit Fokus der Bibelauslegung, soziale (resp. hirtische) Menschen suchen sich Gemeinden mit Schwerpunkt Nächstenliebe usw. 

    Wir positionieren uns aus der eigenen Begabungsstruktur, aus der eigenen Gemeindephilosophie, was an und für sich nicht schlecht ist. Dann, wenn wir uns als Strömung sehen, in welcher Gott ausnahmslos wirken kann (und damit die anderen Strömungen verneinen oder gar ausschliessen, resp. degradieren), ergibt sich ein Problem. Dann wenden wir an unseren Mitchristen und grundsätzlich an Menschen, die unser Weltbild nicht teilen, die olympische Disziplin des Steinwerfens an. 

    Der Fokus eines christlichen Lebens basiert auf meiner Verantwortung gegenüber mir selbst. Ich kann nicht meine Ideologien, meine Glaubenspunkte in das Zentrum stellen, nein, sondern Jesus. Nur ihn. Ihm jage ich nach, weil ich weiss, dass er das Zentrum ist, um den Siegespreis zu erlangen. Nur durch die Beziehung zu Jesus, Gott Vater und dem heiligen Geist kann ich mich im rechten Licht sehen, kann ich Licht und Salz sein, aus der eigenen Betroffenheit heraus, aus dem Wissen das der grösste “Löu im Umzug” ich bin und ich den ersten Schritt zur Versöhnung, zum Niederlegen meiner theologischen Ansichten mache nicht muss, sondern will.

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  • Alles Neu – Verschiedenheit

    Einige von uns glauben an die Bibel und lassen nichts ungelassen, das Buch ins Zentrum der Erkenntnis zu rücken, einige von uns glauben an Zeichen und Wunder und legen den Fokus darauf, einige von uns glauben, dass verzicht auf gewisse Lebensmittel und das Halten von gewissen Tagen alles ausmacht, einige von uns glauben, dass Maria eine Mittlerin ist zu Jesus und für uns einsteht, einige von uns glauben, dass der Fokus auf die Trennung von Gott zu legen ist und thematisieren Homosexualität und Keuschheit als Zentrum, einige von uns sind einfach nur verwirrt, einige von uns haben aufgehört zu glauben, einige von uns suchen und scheinen nicht zu finden. Doch was einige zum gesamten ausmacht, suchen wir immer wieder die Uniqueness in unseren zentralen Themen ohne Überlegung, was wir damit uns und unseresgleichen antun. 

    Heben wir den anderen nicht als falsch und uns als richtig, den anderen als Täter und uns als Opfer hervor. Wie würde Jesus darauf reagieren. Würde er unsere Engstirnigkeit nicht anklagen, wie die der Schriftgelehrten und Pharisäer, wir nur auf das Äussere bedacht und vergessen, uns zu reflektieren. Ja, ich weiss und ich bin auch dabei, es tut weh, es belastet und zwingt auf die Knie: die eigene Befindlichkeit, der eigene Vorstellungswahn, das eigene Recht haben, verteidigen der eigenen Standpunkte.

    Nicht ich bin die Wahrheit, Jesus, nicht ich bin der Weg, Jesus, nicht ich bin das Leben, Jesus ist es.

    Wir sind geprägt von unserer Vergangenheit, von unserer religiösen Abgrenzung bis hin zur Ausgrenzung, ob evangelikal, charismatisch, katholisch, konservativ, zweifelnd. Wir haben überall Lücken: Wissenslücken, Lücken durch Dogma, Opfer etc. Halten wir uns mit Vorurteilen zurück, ich weiss, es braucht viel, nicht viel Einfühlungsvermögen, sondern Selbstreflexion.

    Ich schreibe diese Zeilen nicht aus einer Laune, aus einem lyrischen Gefühl, sondern aus selbst und fremd erleben. Die Ausgrenzung macht mich müde, es nimmt mir den Atem und frustriert mich. Nicht die Gegensätzlichkeit, sondern das Palaver rund um meine eigenen Vorstellungen. Ich schalte lieber meinen Verstand ein, auch jetzt, wo es darum geht, diesen in diesem Zusammenhang Gott zu überlassen und mit dem Herzen zu hören. Wenn ich auf die Verschiedenheit, mit Trotz, Wut und Ausgrenzung reagiere, dann sehe ich in mir selbst keine Inspiration mehr, keine Inspiration durch den heiligen Geist mehr.

    Auch ich bin geprägt und ich bin nicht mehr bereit, Herr, andere auszugrenzen, weder freikirchlich, reformiert, katholisch geprägt. Ich stehe vor dir, ich bin verantwortlich und ich gehe den Weg mit dir und reiche die Hand:

    „Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden […] Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden […] den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“

    Paulus

    When you have reached your own room, be kind to those who have chosen different doors and to those who are still in the hall. If they are wrong they need your prayers all the more; and if they are your enemies, then you are under orders to pray for them. This is one of the rules common to the whole house.“

    Clive Staples Lewis

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  • Alles Neu – verzweifelt

    Das Leben verlangt viel ab. Wir werden gebraucht, verbraucht und sehnen uns nach Inseln der Erholung, ja wenn wir ehrlich nach Inseln der Erlösung, kurze Verschnaufpause, weil die Erholung nur eine vorübergehende Erleichterung gibt, damit wir von neuem in den Wirrwarr des Alltages finden. Erlösung wäre da eine Lösung, eine permanente Lösung. Gewisse von uns trauen sich nicht, an den nächsten Tag zu denken, da wir den aktuellen kaum überstehen. So beginnen wir mit nur noch zu vegetieren, unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen und zu hoffen, dass der kommende Schlaf hoffentlich endlich nur einen Bruchteil der ersehnten Erholung bietet. Wir hören von Menschen, die eingeknickt sind, die dem Leben nicht widerstehen und zerbrochen sind, wir hören von Menschen, die souverän das Leben meistern, jede Herausforderung gar als grosse Chance sehen und sich jeden Tag voller Elan und Freude am Leben ergötzen.  Wo stehen wir in diesem Zirkus des Lebens, wohin geht die Reise? Geopolitische Unsicherheiten, das Älterwerden, die Sorge um Finanzen, um Gesundheit, um Elan und der Verlust der Lebenslust? Haben wir verlernt, haben wir vergessen, haben wir es nicht begriffen? Der Mensch selbst kann sich nicht retten, der Mensch selbst kann sich nicht erhöhen, erlösen, sonst macht sich Verzweiflung breit, denn wenn gar nichts mehr nützt, keine Selbstdurchhalteparolen, kein Witzeklopfen, kein Schönreden, dann verzweifeln wir. Verzweifeln wir an uns selbst, dann wird uns die Last, die Sorgen, der Widerspruch zu gross, nicht mehr verarbeitbar, nicht mehr verdaubar. 

    Wir haben eine Hoffnung, ich denke da an die Frau mit Blutfluss, an den Gelähmten, welche seine Freunde vom Dach eines Hauses abgeseilt haben, an Bartimäus, der nichts sehen konnte, an die Bessessen, an die Leprakranken, an die an den Tod geglaubte Tochter, Diener und besten Freund, an die Mutter, an Zachäus, an David, Hiob, Abraham, an die Jünger, an die Mutter Jesu, an die Frauen rund um Jesus, an Martin Luther King, an Billy Graham, an C.S. Lewis and George MacDonald, an meine Mutter, meinen Vater, meinen Bruder, meine Freunde, meine Arbeitskolleginnen und -kollegen, die Frau in der Bäckerei, das Ehepaar aus dem Quartier, meine Nachbarn, meine Frau, meine Kinder und mich. 

    Wir brauchen einander und wir brauchen so sehr Gott darin. Wir vergessen, dass wir nicht gemacht worden sind um zu kontrollieren, sondern um zu folgen, ihm zu folgen, denn alles andere fällt uns zu. Wir wissen nicht, was der morgige Tag bringt, nicht einmal dieser. 

    Nehmen wir uns Zeit mit Gott, alleine, nur mit ihm. Schütten wir ihm unsere Sorgen, Aengste, Frust, Verletzung, Wut vor ihm aus, ungeschminkt, ohne schöne glitzerne Masche, sondern echt, roh und schlicht verzweifelt. Weihen wir andere ein. Wir brauchten Gott und uns als Mitmenschen. Verurteilen wir nicht, sondern sind füreinander da. Ja, in vielen Fällen sind wir von den Sorgen des Nächsten selbst überwältigt, doch können wir beten, dass sein Reich komme und sein Wille geschehe, im Vertrauen, dass ER gut ist, in ihm ist keine Falschheit.

    Ich wünsche uns einen Neubeginn, ein neues Vertrauen in unseren Jesus, dem Vater und Heiligen Geist. Wir können nicht und das weiss er, denn wir haben einen Hohepriester, der mit uns fühlen kann, er war selbst Mensch und erlebte die Verzweiflung, die Bedürftigkeit selbst, in ihm finden wir Ruhe und Perspektive. Amen

    Bist du es Jesus, auf den wir warten sollen, oder müssen wir auf einen anderen warten? Jesus gab ihnen zur Antwort: „Geh zurück und berichtet, was alles geschieht:

    Blinde sehen

    Lahme gehen

    Leprakranke werden rein

    Taube hören

    Tote werden wieder lebendig

    und die Menschen auf der Schattenseite des Lebens hören davon, dass Gott auf ihrer Seite steht.

    Wenn es das ist, wonach ihr euch gesehnt habt, dann habt ihr jetzt allen Grund, glücklich zu sein.

    Johannes, 11 nach der Übersetzung „Willkommen daheim“

    man with hand on head
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  • Alles Neu – Kalk

    Das Wasser ist zersetzt mit kalkigem Wasser

    Die Kleider sind steif wie gefroren

    Der Stoff kratzt auf der Haut

    Ich möchte mich kratzen, doch es nützt nichts

    Ich habe es mir selbst eingebrockt, die Warnhinweise nicht gelesen

    Ich kann niemanden die Schuld geben

    Mein Herz ist verkalkt, es lässt mich kratzen an meiner eigenen verschuldenen Hartherzigkeit.

    Mach es weich, Herr, mein hartes Herz, dass nur Effizienz und Zielerreichung sieht, dass der kürzeste Weg will, weil es nicht Geduld und Vertrauen zu kennen weiss. 

    person holding on brown knitted sweater
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  • Alles Neu – Schwimmkurs

    Ich weine, wenn es mir gut geht

    Ich lache, wenn es mir schlecht geht

    Verdreh, verdreh

    Bis ich aus dem Hamsterrad der Befindlichkeit finde

    Damit ich endlich meinen Bauchnabel vergesse

    Mich vergesse

    Emporsteige in dein Reich

    Was soll meine Meinung über mich

    Ihre Meinung über mich

    Ich folge dir, nicht mir

    Ich tausche meine Realität gegen deine Wahrheit

    Herr, ich kann nicht schwimmen im Strudel des Lebens

    Doch wenn ich dich anschaue, dann gehe ich übers Wasser

    Dann vergesse ich mich

    brown wooden blocks on white surface
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  • Alles Neu – Gravitation

    alles was ist, wurde erschaffen, alles hat einen Anteil an Wahrheit. Wir sehen alles durch eine Brille, doch nehmen wir uns Zeit diese Brille abzulegen, sie reinigen zu lassen oder geben wir uns mit den Gegebenheiten des Lebens zufrieden, sei es durch Resignation, Gleichgültigkeit? Wie kann ich das, was ich sehe, interpretieren, wenn ich durch eine  ungereinigte Brille sehe. Aspekte des Lebens scheinen diffus, unklar, gar furchteinflössend, durch die die Fettablagerungen gar gloriosa und wie lasse ich diese Interpretationen in mein Leben einwirken, mit dem Abdruck meiner Vergangenheit, meiner Verletzungen, meines Stolzes, meines eingetrichterten Dogmas. Was uns am meisten verwirrt, sind nicht die Lügen, die wir scheinbar durch die verschmutzte Brille sehen müssen, sondern die Halbwahrheiten, einiges stimmt, anderes wir zu fokussiert angeschaut. Wir können uns selbst nichts schön-, aber auch nicht verdammtreden und wer stoppt diesen Wahnsinn, des sich selbst suchen, verlieren, reflektieren, wäre es nicht besser diese Brille auszuziehen, weil wir sie nie reinigen können und es niemand kann, dann wären wir blind, ja, dann gäbe es kein Wunschdenken mehr, sondern nur noch Kapitulation, wir benötigen Gottes Augensalbe, die uns geschenkt wird, wenn wir einsehen, dass wir nichts sehen, dass wir verloren sind, wir den Weg, das Leben und die Wahrheit verloren haben, dann werden wir auf uns selbst geworfen, es geht um unsere Augen, nicht um die Augen der anderen, es geht um meinen Balken, nicht um dem Balken im Auge des anderen, ich muss beginnen, meine Maske auszuziehen und mich zu sehen, wer ich bin. Dann brauche ich ihn, nicht seine Wunder, nicht seine Zeichen, sondern ihn, ich brauche ihn, ich brauche seine Nähe, ihn. Ich brauche das Augenlicht nicht wegen mir, nein, wegen ihm, um ihn zu sehen und mit ihm ewig zu sein. Ich trachte nach ihm, alles andere wird mir zufallen, göttliche Gravitation.

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