Kategorie: 2025

  • Alles Neu – Schwimmkurs

    Ich weine, wenn es mir gut geht

    Ich lache, wenn es mir schlecht geht

    Verdreh, verdreh

    Bis ich aus dem Hamsterrad der Befindlichkeit finde

    Damit ich endlich meinen Bauchnabel vergesse

    Mich vergesse

    Emporsteige in dein Reich

    Was soll meine Meinung über mich

    Ihre Meinung über mich

    Ich folge dir, nicht mir

    Ich tausche meine Realität gegen deine Wahrheit

    Herr, ich kann nicht schwimmen im Strudel des Lebens

    Doch wenn ich dich anschaue, dann gehe ich übers Wasser

    Dann vergesse ich mich

    brown wooden blocks on white surface
    Photo by Brett Jordan on Pexels.com
  • Oswald Chambers

    In meinen Ende zwanziger Jahren musste ich mich mit mir und meiner Geschichte befassen. Ein Burnout hatte mich zum Stillstand gebracht. Gelaubtes schien dem Leben nicht mehr Stand zu halten – Jeden Mittag flüchtete ich in Räumlichkeiten der Dreifaltigkeitskirche in Bern. Kniete, lass die Bibel, betete und begann die täglichen Betrachtungen von Oswald Chambers (my utmost for his highest) zu lesen. Es ging dabei nicht darum, einen Dienst für Gott zu etablieren, sondern ausschliesslich aus der Beziehung zu Gott zu leben und alles andere würde sich logisch ergeben. Starre Bilder von Dienst, Engagement, Berufung musste aus schlichtweg grundlegenden Aspekten der Beziehung zu Gott Platz schaffen. Es ging nicht um gerecht und ungerecht, um gesegnet und verdammt, sondern um die Beziehung, welche nur aus Vertrauen gedeihen kann. War ich fähig, diesem Gott mein Vertrauen zu schenken, ihm zu vertrauen, ihm nicht aus Angst, sondern aus Sehnsucht zu begegnen?

    “The most important aspect of Christianity is not the work we do, but the relationship we maintain and the surrounding influence and qualities produced by that relationship. That is all God asks us to give our attention to, and it is the one thing that is continually under attack.”

    Oswald Chambers, My Utmost for His Highest, Updated Edition

    Quelle Wikipedia

  • Alles neu – der erste Eindruck

    Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal.“ (Mt 18,21–22)

    ich begegne dir, du begegnest mir

    der erste Eindruck zählt

    doch von wem

    ist es mein Eindruck, welcher ich bei dir hinterlasse

    ist es dein Eindruck, welcher du bei mir hinterlässt

    welcher Eindruck soll hinterlassen werden

    den ehrlichen, den gespielten, den erwünschten

    doch was ist erwünscht?

    Verspiele ich meine guten Eindruck mit dem schlechten 

    Verspiele ich meinen schlechten Eindruck mit meinem guten

    Wie kann ich dich beeindrucken, wenn ich selbst von mir nicht beeindruckt bin

    Wie kannst du mich beeindrucken, wenn du dich selbst nicht beeindrucken kannst

    Wer von uns wünscht sich nur eine Chance, nur eine Möglichkeit zu überzeugen

    Wenn zu überzeugen, mich, dich, doch ich weiss, was im Menschen ist

    weil ich mich selbst kenne oder glaube zu kennen

    ich kann nett und geduldig sein, doch nur ein Hauch, dann kehrt sich der Wind und meine Gesinnung

    Wie soll ich dich beeindrucken, wenn ich selbst nicht göttlich, sondern menschlich bin

    Ich werde dich enttäuschen, dich verletzen

    Wie sollst du mich beeindrucken, wenn du selbst nicht göttlich, sondern menschlich bist

    Du wirst mich enttäuschen, mich verletzen

    wie kann dann der erste Eindruck zählen, wenn das schöne ein schatten des unschönen trägt und wenn das unschöne den Schatten des schönen trägt

    Wie viele Male muss ich mir und dir vergeben, umkehren von meinen und deinen Ansichten und dich lieben, bis ich verstehe, was es bedeutet hat, dass mein Jesus, dafür sein Leben gelassen und am Kreuz geschrien hat: vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

    Herr, hilf uns, dass wir an andere nicht höhere Erwartungen haben als an uns, lass uns unsere schweren Herzen der Unvergebung zu dir bringen, wir bitten dich um Vergebung, weil wir wieder einmal nicht bei uns angefangen haben, sondern den Finger auf den Nächsten gezeigt haben. Schenk uns deine Liebe, deine Grosszügigkeit, deine Vorschusslorbeeren, deinen Goodwill, dein Vertrauen, deinen Mut zu vergeben und mit neuer Kraft voranzugehen. Ohne dich können wir es nicht, ohne dich verzweifeln wir an uns selbst und an unseren Nächsten. Amen

    In den nächsten drei Wochen lasse ich drei Schriftsteller zu Worte kommen, welche mich und mein Glaubensleben erheblich beeinflusst haben.

    portrait of bell boy with moustache
    Photo by cottonbro studio on Pexels.com
  • Alles Neu – Resignation

    Der Mensch scheint einfach so in die Welt geworfen worden zu sein, ohne sein zutun. Er wird konfrontiert mit dem Leben, welches ihn prägt und in welchem er andere prägt. Er ist ein Meister der Interpretation, sei es zu seinen Gunsten (Recht) oder zu seinen Ungunsten (Opfer). Er verwickelt sich in Widersprüche, welche er zu seinen Gunsten oder aufgrund äusserer Einwirkungen wohl auch zu seinen Ungunsten wählen muss. Er ist hin und her gerissen um anderen doch speziell sich selbst zu genügen und davon kriegt er nie genug, auch wenn sich mehr und mehr Resignation breit macht.

    Ich glaube, dass ich nicht in diese Welt hineingeworfen, sondern in Begeisterung von meinem Schöpfer erschaffen wurde, mich mit ihm zu verbinden und von ihm immer wieder an der Hand geführt zu werden, fest zu stellen, dass es nicht um mich, rund um mich geht, sondern, dass ich mich und andere nur entsprechend begegnen kann, wenn er der Anfang und das Ende und alles für mich ist, weil er alles von sich für mich gegeben hat. So kann ich lernen mit meinen Kämpfen fertig zu werden, weil ich ihm Rechenschaft schuldig bin, besser, weil, dass was er über mich und meine Nächsten denkt und sagt alles ist, was sich für ein Leben lohnt. Begeistere mich für dich, meinen Nächsten und mich. Denn das bleibt in Ewigkeit, Amen.

    blackboard with title from social justice warriors fighting for justice
    Photo by Brett Sayles on Pexels.com
  • Alle Neu – ein Brief an A.

    Liebe A.

    Schon lange kennen wir uns. Als Baby habe ich dich bereits gekannt, mir dir älter geworden. Heute bist du erwachsen. Ich ein paar Jahrzehnte älter. Du blühst auf und ich ergraue. Uns verbindet die Liebe zum Humor, zu unseren Familien und zu Gott. Es ist nicht leicht, das Leben. Es gilt sich darin zu finden und manchmal neu zu erfinden. Das Leben kann manchmal mit Wehen verglichen werden. Wenn eine Phase des Lebens durchlebt ist, werden Lebensdurchbrüche, Neuanfänge, Platz für neue Bilder, Gottesbilder geschaffen. Das Leben zieht bei dir nicht immer mit wehenden Fahnen, mit Fanfaren ein. Ich weiss nicht was dich beglückt oder bedrückt. Ich weiss, dass ich als Mitmensch mich sehne, dass es dir gut geht, nein, mehr, dass du deinen Weg findest, in den Frieden, in die Ruhe. Bis zum heutigen Tag kenne ich selbst, dass mich Traurigkeit und Trostlosigkeit überfallen können, aus dem heiteren Himmel. Ich klage mich selbst an und dann falle ich in die Sümpfe der Minderwertigkeit.

    Ich klage dich nicht an, ich rede deine Situation nicht schön und überdünche sie nicht mit religiösem Geschwaffel. Ich bete für dich und uns alle. Ich bin ehrlich, ich weiss nicht was und wie ich beten soll. 

    So lege ich deine Situation mit Seufzen und Tränen vor unserem Jesus nieder. 

    Gott mit uns

    smö

    religious sculpture of jesus falls for last time
    Photo by Ramkumar Ramachandran on Pexels.com
  • Alles Neu – Hypothek 

    Jeden Fehler, jedes Überreagieren, jedes Emotionale, jedes Vergreifen der Worte, jedes Enttäuschen, jedes Übergehen wird zur Hypothek, zu mehreren Hypotheken und einerseits spannend wie ich auf die Reaktion auf mein Fehlverhalten reagiere (dann merke ich plötzlich wie schnell ich beleidigt und gar narzistisch reagieren kann) und anderseits schaut mich Gott an und er bittet mich zu vergeben (der beste Ausweg gegen Narzissmus) und es für mich ebenso zu tun und dann erinnert Er mich, dass er für meine Hypothek gestorben ist, er sie vollumfänglich bezahlt sind. Ja, was wenn mir andere diese Hypothek nicht vergeben, dann orientiere ich mich an Ihm und lasse los, ohne Angst, andere zu verletzen oder zu enttäuschen. Nur wenn ich frei bin, dann kann ich mit Mut und Freude weitergehen. So wie jeder Morgen neu anfängt, so kann ich neu beginnen, mir, dem Nächsten und mit Gott und ihm neubegegnen. Ich schliesse die Türe des Selbstmitleids und Rache und trete in die Weite Gottes. Amen

    green fields under blue cloudy sky
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  • Alles Neu – die Sorge

    Der grösste Verklärer der Wahrheit ist die Selbstsorge und die Sorge um den Nächsten. Um durch diesen dicken Nebel zu treten, braucht es eine Entscheidung, eine Entscheidung zu vertrauen, nicht dem Adressaten der Sorge, sondern dem Erschaffer des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, dem Weg, der Wahrheit und des Lebens: Jesus

    a man in red shirt covering his face
    Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com
  • Alles neu – στεφάνι

    Wenn ich mich diesem Gott nähern möchte, kann ich nicht einfach mit schönen Worten, Poesie und starken Gefühlen trumpfen, nein, es braucht nicht mehr, sondern mich, nicht die Fassade einer Bühne, schön angefärbte Fenster, Scheinwerfer, nein, mich. Doch wie? Ehrlichkeit, ja, Treue unbedingt, Opfer?, nein, vertrauen und umsetzen des Vertrauens des Gehörten in die Wirklichkeit, ich tue es nicht in erster Linie um ihm näher zu sein, es ist das logische Nachfolgende, was daraus besteht, er will mich und ich kann nur mich sein, wenn ich mich in ihm auflöse, mich vor ihm beuge, weil ich nichts weiss und ich nicht kann, wenn er nicht mich nimmt. Ich habe Angst, wenn ich ihn um seinen Willen frage, was wenn ich nicht kann, nein will und ich erkenne, dass der Anfang die Furcht des Herrn ist, ich zittere vor ihm, ich sehe den Sohn, doch in seiner Herrlichkeit, verklärt und ich aus Staub, unverlässlich, eigensinnig, egozentrisch, ungeduldig, nur auf die eigene Lust konzentriert und er führt mich zurück, denn wenn ich eine Krone tragen soll, dann lege ich meine ab, und kröne ihn, meinen Heiland, meinen König Jesus.

    Κύριε, ας είμαι το στέμμα Σου, στεφανωμένος με αγαθότητα και έλεος, όχι στεφάνι από αγκάθια. Αμήν.

    אדוני, תן לי להיות הכתר שלך, עטור בטוב וברחמים, ולא בכתר קוצים. אמן.

    يا رب، اجعلني تاجك، متوجًا بالخير والرحمة، لا إكليلًا من الشوك. آمين.

    주님, 저를 당신의 면류관이 되게 하소서. 가시 면류관이 아닌 선함과 자비로 관을 쓴 면류관이 되게 하소서. 아멘.

    Doamne, lasă-mă să fiu coroana Ta, încununat cu bunătate și milă, nu cu o coroană de spini. Amin.

    Господи, пусть я буду Твоей короной, увенчанной добротой и милосердием, а не венком из терний. Аминь.

    Signore, lasciami essere la tua corona, incoronata di bontà e misericordia, non una corona di spine. Amen.

    Seigneur, que je sois ta couronne, couronnée de bonté et de miséricorde, et non d’épines. Amen.

    Lord, let me be Your crown, crowned with goodness and mercy, not a crown of thorns. Amen.

    Herr, las mi di Chrone si, chrönt mit Güeti u Barmhärzigkeit, ke Chrone us Dorne. Amen

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  • Alles Neu – Nackt

    Nackt stehe ich vor dir

    ohne nichts, ohne was

    alles ist offenbar

    nichts ist versteckt

    ich kann mich nicht mehr bedecken

    wie viele Male soll ich mir vergeben

    wie hoch setze ich das eigene Gericht

    kreise mit meinen Gedanken über mein Vergehen

    und vergesse deine Gnade, deine Vergebung

    alles richtig zu machen, allen zu gefallen

    das Leben geht für meine Seele zu schnell

    der Verstand rast und die Seele stolpert hinterher

    und wenn sie fällt, dann falle ich 

    zerbreche wie ein Glas in tausend Stücke

    das Bild, dass ich hochhalten will ist nicht deins

    ich suche nach Kompensation meiner Unglaubwürdigkeit

    der Junge ist nur älter, doch reifer?

    Ich stehe vor dir und schäme mich

    ich schäme mich, weil ich nichts weiss

    wohin geht die Reise

    mache ich alles richtig, dann bin ich richtig

    mache ich alles falsch, dann bin ich falsch

    du bist mein Gott, du bist was ich will

    Herr, hilf mir, es tut mir so leid

    denn wenn die Sünde auf mich hereinbricht

    und ich ihr nicht widerstehe

    dann fühle ich mich nackt und beschämt

    dann ziehe ich die alten adamschen Kleider an

    dann verstecke ich mich im Garten

    dann flüchte ich aus dem Paradies

    dann schufte ich, damit ich vergesse

    und die nächste Runde, ich stehe auf

    doch will ich nicht diese Religion

    ich will nicht mehr und kann nicht mehr

    befreie mich aus dem Sumpf der Selbstanklage

    befreie mich auf dem Loch des Perfektionismus

    reiss die Himmel ein, gib mich nicht auf

    lass mich nicht, nimm mich mit

    ich gebe auf, ich habe Angst

    reiss meine Masken, reiss mein hartes Herz

    reiss meine Effizienz, reiss meine Performance ein

    lass mich nicht, nimm mich mit

    Du bist mein Gott, oh Herr es tut weh

    wenn ich nicht mich in dich versenke

    wenn ich nicht mich an dich verschenke

    du nimmst zu, ich nehme ab

    es tut so weh, wenn ich sterben muss

    doch wenn ich mich nicht in dir verliere

    dann bin ich verloren, dann bin ich im Dunkeln

    dann bin ich seelenlos, lieblos, gnadenlos

  • Merci

    Liebe Leserin / Lieber Leser

    danke, dass du dich mit mir dieses Jahr auf den Weg gemacht und dich hineingezogen hast in den Strom der Güte und Barmherzigkeit Gottes. Es ist ein Privileg zu schreiben, für mich und dich zu schreiben und ich hoffe, dass du dich durch die Texte erfrischt, beflügelt, herausgefordert und getragen gefühlt hast.

    Gott ist wesentlich besser als sein Ruf, ja in ihm ist keine Finsternis.

    Ich weiss nicht wo du in deinem Leben stehst, was dich beschäftigt, dich beglückt oder betrübt. Wenn du Lust hast schreibe mir doch an smo@created-by-design.org und lasse mich wissen, wie es dir ergangen ist beim Lesen der Texte, was dich beglückt oder bedrückt. Wir sind alle im gleichen Boot und brauchen einander und vielmehr miteinander Gott.

    Für die Feiertage wünsche ich dir viel Muse, Zeit für dich oder mit deinem Mitmenschen. Du bist über alle Massen geliebt, lieber Mensch.

    smö