Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal.“ (Mt 18,21–22)
ich begegne dir, du begegnest mir
der erste Eindruck zählt
doch von wem
ist es mein Eindruck, welcher ich bei dir hinterlasse
ist es dein Eindruck, welcher du bei mir hinterlässt
welcher Eindruck soll hinterlassen werden
den ehrlichen, den gespielten, den erwünschten
doch was ist erwünscht?
Verspiele ich meine guten Eindruck mit dem schlechten
Verspiele ich meinen schlechten Eindruck mit meinem guten
Wie kann ich dich beeindrucken, wenn ich selbst von mir nicht beeindruckt bin
Wie kannst du mich beeindrucken, wenn du dich selbst nicht beeindrucken kannst
Wer von uns wünscht sich nur eine Chance, nur eine Möglichkeit zu überzeugen
Wenn zu überzeugen, mich, dich, doch ich weiss, was im Menschen ist
weil ich mich selbst kenne oder glaube zu kennen
ich kann nett und geduldig sein, doch nur ein Hauch, dann kehrt sich der Wind und meine Gesinnung
Wie soll ich dich beeindrucken, wenn ich selbst nicht göttlich, sondern menschlich bin
Ich werde dich enttäuschen, dich verletzen
Wie sollst du mich beeindrucken, wenn du selbst nicht göttlich, sondern menschlich bist
Du wirst mich enttäuschen, mich verletzen
wie kann dann der erste Eindruck zählen, wenn das schöne ein schatten des unschönen trägt und wenn das unschöne den Schatten des schönen trägt
Wie viele Male muss ich mir und dir vergeben, umkehren von meinen und deinen Ansichten und dich lieben, bis ich verstehe, was es bedeutet hat, dass mein Jesus, dafür sein Leben gelassen und am Kreuz geschrien hat: vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.
Herr, hilf uns, dass wir an andere nicht höhere Erwartungen haben als an uns, lass uns unsere schweren Herzen der Unvergebung zu dir bringen, wir bitten dich um Vergebung, weil wir wieder einmal nicht bei uns angefangen haben, sondern den Finger auf den Nächsten gezeigt haben. Schenk uns deine Liebe, deine Grosszügigkeit, deine Vorschusslorbeeren, deinen Goodwill, dein Vertrauen, deinen Mut zu vergeben und mit neuer Kraft voranzugehen. Ohne dich können wir es nicht, ohne dich verzweifeln wir an uns selbst und an unseren Nächsten. Amen
In den nächsten drei Wochen lasse ich drei Schriftsteller zu Worte kommen, welche mich und mein Glaubensleben erheblich beeinflusst haben.
