Nackt stehe ich vor dir
ohne nichts, ohne was
alles ist offenbar
nichts ist versteckt
ich kann mich nicht mehr bedecken
wie viele Male soll ich mir vergeben
wie hoch setze ich das eigene Gericht
kreise mit meinen Gedanken über mein Vergehen
und vergesse deine Gnade, deine Vergebung
alles richtig zu machen, allen zu gefallen
das Leben geht für meine Seele zu schnell
der Verstand rast und die Seele stolpert hinterher
und wenn sie fällt, dann falle ich
zerbreche wie ein Glas in tausend Stücke
das Bild, dass ich hochhalten will ist nicht deins
ich suche nach Kompensation meiner Unglaubwürdigkeit
der Junge ist nur älter, doch reifer?
Ich stehe vor dir und schäme mich
ich schäme mich, weil ich nichts weiss
wohin geht die Reise
mache ich alles richtig, dann bin ich richtig
mache ich alles falsch, dann bin ich falsch
du bist mein Gott, du bist was ich will
Herr, hilf mir, es tut mir so leid
denn wenn die Sünde auf mich hereinbricht
und ich ihr nicht widerstehe
dann fühle ich mich nackt und beschämt
dann ziehe ich die alten adamschen Kleider an
dann verstecke ich mich im Garten
dann flüchte ich aus dem Paradies
dann schufte ich, damit ich vergesse
und die nächste Runde, ich stehe auf
doch will ich nicht diese Religion
ich will nicht mehr und kann nicht mehr
befreie mich aus dem Sumpf der Selbstanklage
befreie mich auf dem Loch des Perfektionismus
reiss die Himmel ein, gib mich nicht auf
lass mich nicht, nimm mich mit
ich gebe auf, ich habe Angst
reiss meine Masken, reiss mein hartes Herz
reiss meine Effizienz, reiss meine Performance ein
lass mich nicht, nimm mich mit
Du bist mein Gott, oh Herr es tut weh
wenn ich nicht mich in dich versenke
wenn ich nicht mich an dich verschenke
du nimmst zu, ich nehme ab
es tut so weh, wenn ich sterben muss
doch wenn ich mich nicht in dir verliere
dann bin ich verloren, dann bin ich im Dunkeln
dann bin ich seelenlos, lieblos, gnadenlos