Auf der staubigen Strasse begegnete ich einer Gruppe Menschen, die mir mit gesenktem Kopf entgegen kamen. Der Anführer, welcher ein riesengrosses Buch in seiner Hand hielt und unaufhörlich laut davon vorlas, schien mich nicht zu bemerken. Einer der beiden Knechte, die sein Buch stützen, bemerkten mich und blieben stehen. “Wohin des Pfades”, junger Mann, sagen sie. Ich suche das Land meiner Träume, erwidere ich. Das Land deiner Träume, sowas gibt es nicht. Wir sind bestimmt, in dieser Einöde zu bleiben und jedes Wort dieses grossen Buches zu kennen. Pass auf, Bursche, lass dich nicht durch Sehnsüchte leiten. Wie das Wort schon sagt, süchtig nach dem Sehnen. Nicht was dieses Buch vorschreibt. Wir müssen unaufhaltsam weitergehen, weiter und weiter, und nie aufgeben, bis wir das Buch auswendig gelernt haben. Gefühle, Sehnsüchte, bah, was für ein Gräuel. Ohne mich weiter zu beachten, setzte sich die Gruppe weiter in Bewegung. Einige von ihnen assen Kuchen, Kuchen aus Sand. Sie nennen es pane del libro. Kleine Kinder weinten oder nörgelten. Die Väter wiesen die Kinder zurecht, endlich Dankbar zu sein und die Kuchen zu essen und weiter die Worte des grossen Buches auswendig zu lernen.
Weiter ging meine Reise. Verunsichert, wütend ging ich weiter. Wenn es diese Hoffnung gibt, dann steht sie nicht in Büchern, sie muss so nahe am Herzen sein, so klar und unmissverständlich, alles andere ist Lüge, ein Hinauszögern, ein Abfertigen mit einfachen Parolen auf vergänglichem Papier.
