Du fragst dich vielleicht, inwiefern die auf Liebe basierte Glaubenslehre mit den harschen oder harten Worten Jesu in Einklang gebracht werden kann. Ein spannendes Kapitel in der Bibel dazu steht im Matthäusevangelium Kapitel 7. Herausfordernde Aussage ist die enge Pforte, der schmale Weg, die guten Früchte und der rechte Glaube, der von Gott erkannt werden will und das Gehörte, das in die Tat umgesetzt werden soll.
Auf den ersten Blick Aussagen, welche uns hinterfragen, ob wir wirklich richtig glauben, ob unsere Früchte gut sind, ob das Gehörte umgesetzt wird, wir gehorsam sind oder schlussendlich versagen und von Gott nicht erkannt werden.
Beginnen wir zuvorderst im Kapitel 7. Richtet nicht, dass ihr nicht gerichtet werden oder Jesus Appell an die Selbstgerechtigkeit (siehst du nicht deinen Balken, sondern nur den Splitter in deines Bruders Auge). Auch die Bitte Jesu, „die Geister zu unterscheiden”, wann was gesagt werden soll, wann ist die Zeit reif, dies zieht wieder einen Bogen zum Schluss des Kapitels 7, wo was gehört auch getan werden soll. Bevor Jesus uns weiter herausfordert, zieht er die erste Bilanz und ermutigt uns in unserer Schwachheit, den Nächsten und uns zu lieben (nicht zu richten oder zu verurteilen und die Geister zu unterscheiden), zu suchen, zu bitten und anzuklopfen und dass er dies erhöht (indem gefunden, gegeben und aufgetan wird). Dies mit der Selbstverständlichkeit, dass Gott der Vater weiss, war wir brauchen, und uns das gibt, was wir brauchen, mehr als wir dies überhaupt aus unserer sündhaften Natur aus in unserer grössten Grosszügigkeit tun können. In ihm ist keine Finsternis. Er bittet uns, unsere Nächsten so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten. Wenn wir dieses Verständnis haben, bei uns anzufangen, uns vor Gott zu bringen, dann erkennen wir auch die falschen Propheten in uns selbst und in anderen. Wir bringen gute Früchte, wenn wir nicht richten, wenn wir nicht gegenüber unserem Nächsten selbstgerecht auftreten, wenn wir in unserem Unvermögen (dem Balken im Auge) Gott suchen, ihn bitten, und anklopfen. Ihm begegnen als Kind, dann wird die enge Pforte plötzlich weit und der schmale Weg begehbar, denn nur wer nicht als Kind, sondern als Selbstgerechter, als Verurteiler die Pforte durchschreiten möchte, die möglichst weit und selbstgerecht und den Weg der möglichst weit sein soll, kann es nicht. Denn bei Gott muss ich abnehmen, dass er zunehmen kann, ich muss vom grossen Riesen des Stolzes schrumpfen zum Kinde, damit ich schlussendlich durch die Pforte gehen kann, ich muss mich von meiner eigenen Minderwertigkeit und meinem Stolz trennen, die Luft der Erkenntnis, welche aufbläht verabschieden, damit ich durch die Pforte kann und auf den Weg finden kann, dann führt er mich in die Weite, dies ist kein Widerspruch. Jesus macht es klar, nicht alle die Herr, Herr rufen finden ins Königreich, es geht nicht um Dinge, die wir tun, sondern in der Beziehung, welche wir aufwachsen, Kinder, die rufen Abba, lieber Vater, die sich scheren um Dogmen und Lehren, sondern nur aufwachsen, die ihre Hoffnung in Gott setzen und nur Gott Vater nennen können ohne Scham, die seine Kinder sind. Es geht nicht um Zeichen und Wunder, um Anbetung des Buchstabens, sondern um die Liebe zum Vater, Sohn und dem Tröster. Ein Kind sehnt sich nach der Stimme des Vaters, einer Braut, nach der Stimme des Bräutigams, so hören wir und tun wir.
