Glaubensromatik

Ich fühle mich wohl, die Sonne scheint, das Frühstück war wunderbar, meine Beziehungen harmonisch, die Verdauung spielt mit, Freiraum, Gelassenheit, Friede und Zuversicht. 

Doch dann plötzlich aus dem nichts kommt die zuerst kleine Disharmonie, etwas was zuerst nur etwas nervt, doch irgendwann sich dem Monster der nicht gestellten Ereignisse adressiert, dieses aus dem scheinbaren Winterschlaf weckt und mich enervieren, ja sogar aufbrausen lässt. Ich verstricke mich in Widersprüche, Klage an, doch selten mich, brauche ein Ziel, um diese Disharmonie auszuleben. 

Später beruhigt sich die Situation und ich lese einer meiner Texte und erblasse, ja, bin beschämt ab soviel Glaubensromantik, welche ich schreibe und doch nicht lebe, an welche ich appelliere und diese trotzdem nicht zu Herzen nehmen. Ehlender Hochstapler. Weiss ich nicht, wenn ich von Freiheit spreche, diese Freiheit rund um die Einheit mich zuerst herausfordern wird, dann wenn das harmonische Gefühl nachlässt, ich die Worte in den Wind schlage, ja das Wort mit meinen Taten lösche. Shame on me. Zurück auf Feld 1, zurück in das Bearbeiten des eigenen widerwärtigen Fleisches, das aufbegehrt, und hoffentlich bin ich mutig genug, fair genug den Worten auch Taten zu folgen, ja, wenn ich ihm nachfolge, mich nicht durch meinen eigenen Kontrollwahn verfolge, sondern mich führen lasse durch ihn, weil ich ihm glaube und deswegen vertraue, weil er gut ist und sich so für mich meint.

reflection of finger in a mirror
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