Vielleicht fragst du dich, wer dieser Gott ist? Der nette alte Mann, mit langem weissen Bart, der Gott, der überfordert ist, der unnahbare Gott, der strafende Gott, der Gott, der Zucht und Ordnung verlangt, etwas übergeordnetes, nicht fassbares?
Wenn ich glaube, dass alles, was erschaffen ist, durch ihn erschaffen wurde, dann muss ich davon ausgehen, dass sich im Geschaffenen Aspekte seines Charakters zeigen. Wenn ich zusätzlich Glaube, dass Gott es mit den Menschen gut meint, sie inspiriert, sie extrinsisch motiviert, dass sie nicht anders können, als intrinsisch motiviert zu werden, dass er Mensch wurde, wie wir, dass wir verstehen, dass er unser Leben, unsere Herausforderungen und Freuden selbst erlebt und nicht nur durch die Brille des Erschaffers beobachtet hat, dass er uns beistehen kann, so können wir vielleicht gedanklich soweit sein, ihn als nahbar zu bezeichnen.
Jesus spricht Gott als Vater an. Er ist ihm vertraut, für ihn ist Gott seine Bezugsperson, seine Inspiration: wer sich Gott nähert, wer bittet, wer sucht, wer anklopft, die oder der wird eingeladen, angenommen und aufgenommen in seine Familie.
Vielleicht ist der Begriff Vater und vielleicht auch Familie negativ behaftet, vielleicht haben wir selbst keine guten Väter gehabt, vielleicht sind wir diese Väter, die nicht oder scheinbar nie an das Ideal herankommen. Wie können wir uns diesem göttlichen Vater nähern, an dem Tisch dieses Vaters sitzen, der vielleicht schon in fünf Minuten seine Meinung ändern, launisch und distanziert sein könnte, dann lade ich dich ein den Begriff Vater und Familie mit dem zu ersetzen, mit allem, was wir in unserem Leben vermisst haben, Zuflucht vor dem Sturm, Schatten vor der prallen Sonne, Wasser und Nahrung, dann kommen wir diesem Gedanken nahe. In ihm finden wir uns und kommen zur Ruhe.
Inspiriert von George MacDonald (Philosoph, Theologe)
