Wer in den Büchern von C.S. Lewis liest stolpert ab und an immer wieder über den Schriftsteller und Theologen George MacDonald. C.S. Lewis hat ihn seinen geistlichen Mentor genannt. Doch was kann ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, würde er sich nicht in den Reihen alter Philosophen wie König David, Salomo einreihen, eine leichte Brise längst vergangener und nicht mehr relevanter Zeit? Ein Mann mit langen Haaren, mit langem Bart (wie William Booth, Gründer der Heilsarmee, welches Bild ich jeweils in meiner Kinderzeit lange in der Küche der Gemeinde in Bern angeschaut habe, eindrücklich, auch etwas bedrückend, jedoch nie leicht, immer eine gewisse Schwere). Sollte George MacDonald nicht auch der uralte Zuchtmeister sein, der einem mit alten, weisen Worten und mit der Peitsche der Zucht schlussendlich massregelt. Doch das konnte ich mir nach dem Lesen der Bücher von C.S. Lewis kaum vorstellen, vielleicht ein komplexer Formulierer höchst theologischer Bücher, welche nur noch im Ansatz verständllich für den Laien, speziell den Laien im 21. Jahrhundert sein könnte. So machte ich mich 2022 auf einige Märchen zu kaufen, dies als Alternative der bereits gelesenen Narnia-Büchern und um meiner Tochter, meiner Frau und mir in Form von Fabeln einen neuen Zugang zu unserem Herrgott zu vermitteln. So begannen wir im Frühjahr 2022 mit dem ersten Buch „Die Prinzessin und der Kobold“, wie auch deren Nachfolgewerk „die Prinzessin und Curdie“. Gefolgt von „Hinter dem Nordwind“. Eine wirklich andere Erzählart aus einer anderen Zeitepoche, das stimmte wohl, doch das vermittelte glich der Erfahrung Moses, als er bat Gott zu sehen und nur seinen säuselnden Wind spürte. So erging es mir beim (Vor)-lesen der Bücher. Ein Säuseln, ein leichtes Aufwirbeln des Geistes Gottes in meiner Seele, es führte in eine tiefe Ruhe, es machte mich sprachlos. Ich wollte mehr von diesem Schriftsteller wissen, was er glaubte über Gott. So las ich seine nicht gehaltenen Predigten, zuerst nur das erste Band, dann später alle Bänder und wie soll ich es erklären, nach jedem Kapitel brauchte ich Wochen, um deren Inhalt zu verdauen. Dunkles, dichtes Brot, so was habe ich noch nie gegessen. Ich begann zu schreiben, tiefer, grundlegender als je zuvor, es schien, als ob seine Worte, seine Auslegung der Bibel etwas enorm tiefes in mir freigelegte. Ich erinnere mich gut, Anfang Oktober 2023 in den Ferien in Bordighera packte es mich total, ich konnte nicht mehr schlafen, ich stand auf, setzte mich auf den Balkon der Ferienwohnung, schaute auf die Palmen, das rauschende Meer. Ich habe an diesem Tag Gott gebeten, er solle mir aufzeigen, weshalb ich in gewissen Lebenspunkten immer noch falle und nicht über gewisse Punkte hinweg komme, dann las ich das Kapitel Freiheit. Es nahm mir den Atem, es schien, als ob sich das ganze Universum um mich drehte und Gott zu mir sprechen würde, jetzt macht alles Sinn, jetzt schliesst sich der Kreis. Ich habe geweint, ich sass einfach da und sprach nicht mehr. Dann wurde es mir bewusst, dass all das was ich seit Kleinkind in meinem Herzen hatte und im Lied „Gott ist die Liebe“ zusammenfasst war, plötzlich Sinn machte, in diesem Augenblick trat ich bewusst in die Weite Gottes hinaus, die Tür, welche mir C.S. Lewis geöffnet hatte, führte mich auf dem Weg zu unserem geliebten Gott in die Weite und ich erinnere mich an das Bild, was ich vor Jahren hatte: ich stehe mit dem Rücken zum Berg und Gott kommt von hinten auf mich zu es ist Nacht und er sagt, ich mache alles neu, ich spüre tiefste Verbundenheit mit ihm. Ich fühlte mich mit diesem alten Mann so verbunden. Er fasste meine tiefsten Gedanken, meine Sehnsüchte nach dem Reich in klare, fassbare Worte. Ich hoffe, dass ich die Geschichte ins gelobte Land aufgrund dieser vertieften Erkenntnis weiterschreiben, sogar vollenden kann. Jetzt weiss ich wohin der Pilger gehen muss, jetzt weiss ich was das gelobte Land meint (Sohnschaft) und zurück nach Ägypten (Sklavenschaft). Folgendes Zitat aus nicht gehaltene Predigten Teil drei aus dem Kapitel Wahrheit fasst den Aspekt zusammen:
„The only free man, then, is he who is a child of the Father. He is a servant of all, but can be made the slave of none: he is a son of the lord of the universe. He is in himself, in virtue of his truth, free. He is in himself a king. For the Son rests his claim to royalty on this, that he was born and came into the world to bear witness to the truth.“
George MacDonald on Truth – Unspoken Sermons Part III, edited in Bordighera









