Alles Neu – keine Glückskekse

Mein Herr und mein Gott, ich sitze hier auf einer Bank und nehme wieder einmal Zeit, dass du mit mir Zeit verbringen kannst. Ich sitze da und weiss nicht mit was ich beginnen soll, meine Gebete tönen wie ausgelutschte Süssigkeiten, wie bedeutungslose Worthülsen, ein Daherreden, ein Auffüllen stiller Zeit, der altbekannte Aktivismus. Ich nehme mir Zeit und schlendere dem Meer entlang, entlang eines Flohmarktes. Dann setze ich mich auf eine Bank. Höre dem Rauschen des Meeres zu, beobachte Menschen, die entlang des Meeres flanieren, joggen und Fahrrad fahren. Herr, du bist der Gott der Beziehung, das Wichtigste in meinem Leben, bist du das wirklich, du solltest es sein. Und wieder kommen mir die Verse von Hiob in den Sinn: „und ich kannte dich nur vom Hörensagen“. Eine religiöse Ablenkung in Zeiten des Wohlstands, in Zeiten der Fülle, ein Glücksbringer, ein Orakel, eine Glückskekse. Du bist das nicht, ich bin immer noch gefangen in meiner religiösen Welt der Dogmen, der Glaubenslehren und bin nicht frei dir als Kind zu begegnen, mich nach deiner Nähe zu sehnen, mich in dir zu vergessen, an dir zu hangen, dir ungeschminkt, einfach ehrlich zu begegnen. Und nicht warten mag, dir wieder zu begegnen. 

a father and his teenage son posing on a balcony
Photo by Kaysha on Pexels.com

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