Liebe drei

Ohne Liebe bin ich nichts, alle Dogmen werden vergehen, das Schwere wird vergehen, alle Schwerpunkte werden vergehen, alles, was ohne Liebe war wird unwahr, alles was Liebe war, bleibt wahr, schwingend zwischen Angst und Intellekt, zwischen sein und schein, versuchen das eigene Weltbild, die eigene Philosophie zu halten, zu beschützen, daraus entstehen nur Dogmas, Glaubenslehren, Interpretationen des Wortes, Konvertierung in Buchstaben, in Erkenntnisse, in Spekulationen, gepresst in Opferrollen, in der Deklaration des Guten und Bösen, ein Verschnitt längst vergangener Tage mit neuem Anstrich, doch diese Farbe blättert ab, sie ist nicht getränkt durch das Blut des Sohnes, sie ist getränkt durch den Schweiss und die Striemen des Sklaven. Wisst ihr den nicht, habt ihr nicht gehört, ihre Herzen und Seelen sind bereits belastet, erdrückend ist es, einengend, dass ihr sie mit euren religiösen Parolen in die Enge treibt. Ihr vermarktet den Gekreuzigten, doch treibt, treibt ihr sie von der Wüste in die Fata Morgana. Wer hat euch damals überzeugt, welche Gründe haben euch dazu bewogen, alles hinter euch zu lassen? War es nicht dieser Funke, diese Hoffnung, diese tiefste aller Sehnsüchte, dass die ersten Worte. die ihr gehört, eure Herzen berührt hat, mehr als die tiefste Mutterliebe sie geben kann, und in dieser Einfachheit, die Einfachheit eines Kindes, hättet ihr bleiben sollen. Doch die Liebe genügt nicht, sie muss ausgeschmückt werden, ja solange konjugiert werden, bis es nur noch leere Worthülsen sind. Aneinander gereihte Worte, die schnell ausgewechselt werden, in Interpretationen. Oh, ihr Erwachsenen, ihr seid erwachsen, herausgewachsen aus dem kindlichen Leben, euch genügt die Sohn- und Tochterschaft nicht mehr. Obgleich ihr sie besingt, bleibt ihr in ihr? Es gilt kein Ansehen der Person, du hast keinen Anteil mehr am Richterstuhl Gottes, wenn wir schon mit unseren Fingern zeigen müssen, dann auf uns, nicht auf andere, wir sind keine Opfer, wir sind gekrönte, gekrönt in Güte und Barmherzigkeit. Das aus nur einem Grund: zu lieben, Gott, die andern und uns selbst. Darin enthalten ist alles, alles erdenkliche, alles erdenkliche Gute, das Beste, alles wird vergehen, der Glaube, die Furcht, sogar die Gottesfurcht, das Prophetische, Zeichen und Wunder, alle Dogmas. So lasst uns beginnen, Gott zu bitten, unseren Vater im Himmel zu bitten für seine Liebe, nur so wird sein Reich gebaut. Wie kann ich das Reich bauen ohne zu lieben, wenn ich meinen Nächsten, sei es Christ, Buddhist, Hinduist, Kommuninst. Atheist, Moslem, Mann, Frau, Kind, nicht lieben, nur dann, wenn sie den Glauben annehmen, was bin ich wert, ohne Liebe bin ich nichts. Ich, wie alle Menschen auf dieser Welt sind geliebt, über alle Massen geliebt. Sein Reich wird erbaut, seinem Willen recht getan nur durch eines: Liebe. Wir sind Söhne und Töchter, Geliebte für immer.

beach during sunset
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