Ja, Bruder, es stimmt, die Furcht des Herrn ist der Anfang aller Erkenntnis, doch Erkenntnis bläht auf, deshalb glaube ich, ohne Liebe, von dieser Liebe gezogen werden wir nicht erkennen, uns und speziell ihn nicht erkennen. Wir erkennen ihn in der tiefsten, höchsten, einfachsten Weise, der Liebe. Wenn er uns nicht zieht, zitieren wir, diskutieren wir, debattieren, dass alles bringt nicht viel, wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts. Und wieder geht es darum, an diese Türe zu klopfen, mit einem zerbrochenen Herzen, und den Vater bitten um mehr Liebe. Werdet wie die Kinder, nicht wie die Schriftgelehrten, wie die Kinder. Wir halten uns an allen Strohhalmen der Vernunft fest, sogar an einem kontraproduktiven Vaterbild, damit wir recht behalten, Recht für was, dass wir einzigartig sind, sind wir das, ja, ohne Zweifel, doch ohne zu tun unserer Werke. Verstehe mich nicht falsch, Gott steht über allem und alles, da gehe ich mit dir einig, doch was ist der Motor, deiner Motivation hinter dem, was du tust? Willst du mit dem, was du tust Gott gefallen? Ja, wir sind gefallen und tief in die falsche Richtung, weg von der Liebe, getrennt von seiner Güte und Barmherzigkeit. Deshalb können wir uns noch so anstrengen, es reicht nicht, Gnade ist es. Ich verstehe, unsere irdischen Väter waren manchmal nicht die göttlichsten, sie haben uns nicht bedingungslos geliebt, aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, doch sollten wir uns weiterhin durch die Brille der Unvergebung und der Verdammnis betrachten, nein, um Gottes Willen, nein, damit ehren wir nicht unsere Eltern, nein, wir verbauen uns den einfachsten und lieblichsten Zugang zu Gottes Reich. Es ist an der Zeit die Finger, mit welchen wir auf andere zeigen, höchstens auf uns zu zeigen, nein, auf Gott zu zeigen mit dem tief in uns generierten Sehnsucht geliebt zu werden und wenn wir lernen, diesem grossartigen Gott zu begegnen, dann hält uns nichts mehr daran, unsere Sünden zu bekennen, sich ihm zu nähern, ihn zu wollen, weil Sturheit abfallen muss. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn hingab… Ihr seid Freunde, besser Kinder Gottes. Wie kann das Wort Ehrfurcht, resp. Furcht des Herrn ausgelegt werden. Wenn ich jemanden liebe, tue ich, weil ich ihn liebe, ihn höher achte als mich selbst. Brauchst es von mir überhaupt noch eine Anstrengung. Gott liebt uns ja. Nennst du das Liebe? Wie billig, oberflächlich und selbstbefriedigend, weisser Zucker für die Seele, das schreit nach geistlichem Diabetes, das Insulin oberflächlichen Gottes Beziehung, pah, nein. Will ich mit meinem Schöpfer eins sein, dass seine Güte und Barmherzigkeit denn so notwendigen, trostlosen Situationen begegnen kann, damit die Menschen ihre Schuld, ihre Scham, ihr Herzeleid anvertrauen können. Wer möchte nicht frei sein. Diese Freiheit kann nicht durch komplexe Weisheiten in diese Welt kommen. Es muss etwas sein, was unsere Seele vom Säugling bis zum Greis abholt, etwas was von unserer Zeugung bis zum Tode so grundsätzlich, so fundamental ist, nicht durch uns befriedigt werden kann: Gottes Liebe.
