Ich behaupte, weil ich Mensch bin, dass in den allermeisten Fällen der Nächste mir nicht mehr Feind sein kann, als ich mir selbst. Sicher es gibt Ausnahmen, wenn das nicht Befriedigende “Ich” über alle Massen, masslos kompensieren muss und nur noch Worte oder Taten die niederreisen, mehr befriedigen als die simple Nächstenliebe. Dann braucht es mehr als eine Anstrengung, eine nette Geste. Doch es sind und ich hoffe es, doch Ausnahmen und doch bleibt die Regel, dass ich meine Ansprüche gegenüber anderen hoch und heilig halte, penetrant festhalte, während ich meine eigenen Anforderungen an mich rasch in den Wind schlagen kann. Tja, alles beginnt mit der Selbstliebe, nicht mit dem Selbstverliebtsein, dem egozentrischen. Die Liebe, welche aus meiner Sicht nur fruchtbar sein kann, wenn sie in der perfekten Liebe gegründet und inspiriert ist, dann geht es nicht um meine kleine, subjektive Welt, sondern eine globale Sicht: liebe den Nächsten wie dich selbst, doch ohne die Liebe zur Liebe liebe ich nicht, kann ich gar nicht lieben, komme ich gar nicht in die Lage zu lieben, dem lieben die höchste Priorität zu geben, alles zu geben und zu wollen für die Liebe. Ich kann nur lieben, wenn ich über alle Massen geliebt bin. So beginne ich oder fahre fort auf den Weg, die Wahrheit zu suchen, welche mir Leben gibt. Dem Zentrum allen Seins, von dem ich komme und zu dem ich gehe. Einem Vater, einem Bruder und einer Mutter und Schwester (Ruach, hebr. weiblich). eine Familie, ein Teil des ganzen. Amen
