Das Leben verlangt viel ab. Wir werden gebraucht, verbraucht und sehnen uns nach Inseln der Erholung, ja wenn wir ehrlich nach Inseln der Erlösung, kurze Verschnaufpause, weil die Erholung nur eine vorübergehende Erleichterung gibt, damit wir von neuem in den Wirrwarr des Alltages finden. Erlösung wäre da eine Lösung, eine permanente Lösung. Gewisse von uns trauen sich nicht, an den nächsten Tag zu denken, da wir den aktuellen kaum überstehen. So beginnen wir mit nur noch zu vegetieren, unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen und zu hoffen, dass der kommende Schlaf hoffentlich endlich nur einen Bruchteil der ersehnten Erholung bietet. Wir hören von Menschen, die eingeknickt sind, die dem Leben nicht widerstehen und zerbrochen sind, wir hören von Menschen, die souverän das Leben meistern, jede Herausforderung gar als grosse Chance sehen und sich jeden Tag voller Elan und Freude am Leben ergötzen. Wo stehen wir in diesem Zirkus des Lebens, wohin geht die Reise? Geopolitische Unsicherheiten, das Älterwerden, die Sorge um Finanzen, um Gesundheit, um Elan und der Verlust der Lebenslust? Haben wir verlernt, haben wir vergessen, haben wir es nicht begriffen? Der Mensch selbst kann sich nicht retten, der Mensch selbst kann sich nicht erhöhen, erlösen, sonst macht sich Verzweiflung breit, denn wenn gar nichts mehr nützt, keine Selbstdurchhalteparolen, kein Witzeklopfen, kein Schönreden, dann verzweifeln wir. Verzweifeln wir an uns selbst, dann wird uns die Last, die Sorgen, der Widerspruch zu gross, nicht mehr verarbeitbar, nicht mehr verdaubar.
Wir haben eine Hoffnung, ich denke da an die Frau mit Blutfluss, an den Gelähmten, welche seine Freunde vom Dach eines Hauses abgeseilt haben, an Bartimäus, der nichts sehen konnte, an die Bessessen, an die Leprakranken, an die an den Tod geglaubte Tochter, Diener und besten Freund, an die Mutter, an Zachäus, an David, Hiob, Abraham, an die Jünger, an die Mutter Jesu, an die Frauen rund um Jesus, an Martin Luther King, an Billy Graham, an C.S. Lewis and George MacDonald, an meine Mutter, meinen Vater, meinen Bruder, meine Freunde, meine Arbeitskolleginnen und -kollegen, die Frau in der Bäckerei, das Ehepaar aus dem Quartier, meine Nachbarn, meine Frau, meine Kinder und mich.
Wir brauchen einander und wir brauchen so sehr Gott darin. Wir vergessen, dass wir nicht gemacht worden sind um zu kontrollieren, sondern um zu folgen, ihm zu folgen, denn alles andere fällt uns zu. Wir wissen nicht, was der morgige Tag bringt, nicht einmal dieser.
Nehmen wir uns Zeit mit Gott, alleine, nur mit ihm. Schütten wir ihm unsere Sorgen, Aengste, Frust, Verletzung, Wut vor ihm aus, ungeschminkt, ohne schöne glitzerne Masche, sondern echt, roh und schlicht verzweifelt. Weihen wir andere ein. Wir brauchten Gott und uns als Mitmenschen. Verurteilen wir nicht, sondern sind füreinander da. Ja, in vielen Fällen sind wir von den Sorgen des Nächsten selbst überwältigt, doch können wir beten, dass sein Reich komme und sein Wille geschehe, im Vertrauen, dass ER gut ist, in ihm ist keine Falschheit.
Ich wünsche uns einen Neubeginn, ein neues Vertrauen in unseren Jesus, dem Vater und Heiligen Geist. Wir können nicht und das weiss er, denn wir haben einen Hohepriester, der mit uns fühlen kann, er war selbst Mensch und erlebte die Verzweiflung, die Bedürftigkeit selbst, in ihm finden wir Ruhe und Perspektive. Amen
Bist du es Jesus, auf den wir warten sollen, oder müssen wir auf einen anderen warten? Jesus gab ihnen zur Antwort: „Geh zurück und berichtet, was alles geschieht:
Blinde sehen
Lahme gehen
Leprakranke werden rein
Taube hören
Tote werden wieder lebendig
und die Menschen auf der Schattenseite des Lebens hören davon, dass Gott auf ihrer Seite steht.
Wenn es das ist, wonach ihr euch gesehnt habt, dann habt ihr jetzt allen Grund, glücklich zu sein.
Johannes, 11 nach der Übersetzung „Willkommen daheim“
