Alles neu – Unvergesslich

wir erinnern uns, desto älter wir werden, erinnern wir uns an unsere Vergangenheit, an Erlebnisse, an Menschen, an Schicksale, an Freuden, an Leiden und desto älter wir werden, desto weiter zurück führen uns unsere Erinnerung, zurück an die erste Erinnerungen, an Gerüche, an Farben, Lichter, an Schatten, an Textur, an Gesichter, an Tränen und Lachen, das Ende führt zum Anfang, bevor es endlich ins Unendliche mit ewigen Anfängen führen kann.

Ich kann meine Seele nicht verstecken, Geschehenes nicht ungeschehen machen, ich kann schönes nicht behalten, es vergeht, bleibt nur noch in Erinnerung und irgendwann bleibt es wie ein Traum zurück, wir können nichts behalten, alles vergeht wie eine schöne Blume, einiges bleibt als schöner, anderes als böser Traum zurück. Menschen, die uns nahe waren, sind uns nicht mehr nah, sie gehen eigene Wege, verlassen uns, wir verlassen sie, Erinnerungen bleiben, wir können es nicht behalten, nicht konservieren und nach Wunsch abrufen und zurückhalten, zurücknehmen, es umarmen, halten und ewig bei uns tragen. 

Doch alles was war wird vergehen und ich glaube, wenn wir dieser Welt sterben und hinzutreten in das Göttliche, dann werden wir unser Erinnerungen wieder finden, nicht mehr als Erinnerungen, sondern als Pflanzen, welche wir nur erahnt haben, werden als Pflanzen, als Bäume, als schöne Sonnenuntergänge ewig bleiben, wir werden die Gerüche als Kleinkinder in ihrer Vollendung erleben, vollumfänglich, wir werden den lieben Menschen, die Liebenswürdigkeiten, die Ermutigungen, die Tröstung, unserer Mutter, unseres Vaters, unseres Bruders, unserer Schwester erkennen in dem einem, der alles Erschaffen hat, nicht als Abbild, sondern als Vollendung, in Gott werden wir unsere Mutter erkennen, ihre Liebe zu uns, ihre Fürsorglichkeit, ihr grosses Herz, ihre Umarmungen werden wir ewig auf unserer Haut spüren, Gott wird das Vertrauteste, das Vollendeste, das Tiefste und Weiteste sein, was wir je erleben werden und in Zukunft immer erleben. Wir werden alles, was wir nicht erlangt haben, alles was wir nicht geschafft oder vermisst haben, erhalten und wir werden dann zum letzten Mal die Tränen vergiessen, bevor es kein Leid, kein Tod, keine Wut, kein Krieg mehr geben wird. Alles Vergangene werden wir für ewig in ihm in seiner Vollendung und Ganzheit erkennen und für ewig darin gedeihen, aufgehen und damit verschmelzen.

Siehe ich mache alles neu – Amen

Vater und Sohn in der Küche
1974 Vater und Sohn, Belp

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