Vielerorts boomen Kirchen, wir hören, dass sich auf dem Kontinent Afrika viele Menschen an Jesus wenden (christlich ausgedrückt, umkehren, um Jesus nachzufolgen), dies auch in Südamerika, in China und seit kurzem auch in Frankreich. Die Generation Z sucht nach wahren Werten, nach Werten, an denen sie sich orientieren, in ihnen Halt und Sicherheit finden. Vieles ist im Wandel, der technologische Fortschritt macht nicht halt, dies bedingt eine hohe Agilität, eine hohe Resilienz, eine Beweglichkeit, welche mehr und mehr eingefordert wird, zusätzlich beschäftigen uns die Auswirkungen der demographischen Entwicklungen, in welchem ein Zukunftsszenario abgebildet wird, wo sich wenige arbeitstätige Menschen um viele ältere nicht mehr arbeitstätige Menschen kümmern müssen. Unsicherheit macht sich breit, die Werte fehlen, die Sicherheit, wohin der Weg führt ist unsicher, unplanbar und für viele angsteinflössend. Genau da scheint die frohe Botschaft von Jesus viele junge Menschen anzusprechen. Gott, der Gleiche gestern, heute und in Ewigkeit ändert sich nicht, er bleibt, seine Liebe zu uns bleibt, sein Wohlwollen bleibt, der Wunsch, dass wir alten Ballast der Unvergebung, der Bitterkeit und des Verletztseins Jesus geben können, mit ihm neu anfangen können.
Gott scheint weiterhin im Zentrum unserer Seins zu bleiben, überstehend aller Ideologien und Philosophien bleibt er wie ein Fels in der Brandung und er war und ist und wird für viele ein rettender Hort in der Ungewissheit sein und bleiben.
Einige Kirchen haben diesen Trend erkannt und sprechen mit neuen Konzepten die jungen Menschen an. Die Kirchenorgel weicht der elektrischen Gitarre, die Kirchenbeleuchtung den Scheinwerfern, die Predigt auf der Kanzel mit Robe, dem Pastor mit Jeans und Poloshirt und lässigen Auftritt auf der Bühne, die Kirchenfenster den Videosequenzen auf der Leinwand.
Es stimmt, Jesus lässt sich nicht konform halten, er begegnet den Menschen individuell und persönlich und ich finde es wichtig und richtig auch die Konzepte rund um die Musik und die Predigt neu zu denken. Wichtig bleibt, wenn wir die junge Generation zu Jüngerinnen und Jünger machen, dann muss es bei uns beginnen, dann sind wir als ältere Christen, verantwortlich für das Weitergeben dieser frohen Botschaft, wir müssen uns selbst im gleichen Boot sehen, nicht als Überchristen, wir müssen eingestehen, dass wir nicht alles verstehen, selbst manchmal zweifeln und uns gegenseitig ermutigen, diesem Jesus zu vertrauen. Unabhängig von unseren Kirchenformen benötigen wir Christen, welche sich in junge Menschen investieren, Geduld zeigen, weise handeln und sie mitnehmen in die Gottessuche. Wir wollen Rechenschaft ablegen gegenüber einander.
Viele grosse Kirchen sind daran gescheitert, weil die Gemeindemitglieder zu vorschnell und unreflektiert ihren Pionieren nachgefolgt sind. Diese haben es sicherlich in den meisten Fällen immer nach ihrem göttlichen Verständnis gemeint, doch die Rechenschaftspflicht wurde nicht eingehalten. Irgendwann, wenn das Geld fliesst, die äussere und inneren Einflüsse grösser werden, der Blick für Gottes Sicht durch die eigene Bedürftigkeit vernebelt werden kann und sich der Pionier in kaum grundlegender Art und Weise Rechenschaft ablegen muss, die Kirche in Gefahr läuft sich religiös zu verrennen. Denn wenn sich die Kirchenmitglieder, unabhängig von der Position nicht durch Gott und auch nicht durch die anderen Mitglieder getragen und unterstützt fühlen, können sich die unbefriedigten Bedürfnisse schnell von Weiss, ins Graue bis ins Schwarze wechseln. Denn religiös überdünkte Bedürfnisse öffnen ein riesengrosses Potenzial für moralische Totalabstürze. Dann zerbricht die Gemeinde und bei vielen auch der Glaube an Gott.
